Ein verheerender Waldbrand an der Atlantikküste Frankreichs im Südwesten hält die Behörden in Atem und zwang mehr als 20.000 Menschen, darunter Einwohnerinnen und Touristen, ihre Häuser zu verlassen. Die Flammen, angetrieben von Hitze und Wind, breiten sich in der Gironde weiter aus, eine der am stärksten frequentierten Urlaubsregionen im Sommer, während Hunderte von Feuerwehrleuten mit den Eindämmungsmaßnahmen beschäftigt sind.
Warum unter den Evakuierten so viele Touristen sind
Der Brand brach in der Nähe der Gemeinde Saumos auf, rund 40 Kilometer nordöstlich von Bordeaux, und hat in weniger als 24 Stunden etwa 2.400 Hektar Pinienwald in Schutt und Asche verwandelt. Das betroffene Gebiet liegt etwas nördlich des Bassin d’Arcachon, eines der wichtigsten Ferienziele an der Atlantikküste Frankreichs, wo in dieser Jahreszeit Tausende Urlauber verweilen.
Nach Angaben der örtlichen Behörden gibt es derzeit weder Todesopfer noch zerstörte Wohnhäuser. Die Lage bleibt jedoch kritisch. Vor Ort sind rund 700 Feuerwehrleute im Einsatz, unterstützt von vier Löschflugzeugen, doch die Präfektur des Départements Gironde warnte, dass die Bedingungen weiterhin schwierig seien und der Brandfront noch nicht unter Kontrolle stehe.
Die Evakuierung erfolgte in mehreren Phasen in den letzten Stunden. Tausende mussten während der Nacht Campingplätze, Ferienhäuser und private Wohnungen verlassen, während am Donnerstagmorgen weitere Anwohnerinnen und Touristen aufgefordert wurden, sich zu entfernen. Neun Gemeinden haben Aufnahmezentren für die Evakuierten eröffnet, und über 2.500 Menschen haben bereits eine Unterkunft in den dafür vorgesehenen Einrichtungen gefunden.
Heiße Hitzewellen und Brände, die Frankreich auf die Probe stellen
Die Flammen haben zudem die Sperrung mehrerer Straßen verursacht, darunter auch jene, die zur Halbinsel Cap Ferret führen – eine der exklusivsten Küstenorte Frankreichs, die jeden Sommer von zahlreichen Prominenten aus Unterhaltungsbranche und Geschäftsleuten frequentiert wird.
Der Brand erinnert an das Geschehen des Sommers 2022, als ein weiterer Großbrand in derselben Region mehr als 30.000 Hektar Wald verwüstete und rund 50.000 Menschen dazu zwang, ihre Wohnungen und Beherbergungsbetriebe zu verlassen.
In den letzten Monaten wurde Frankreich von wiederholten Hitzewellen getroffen, mit hohen Temperaturen und zunehmend trockenem Boden, der die Ausbreitung der Brände begünstigt. Laut Experten macht eine Abfolge extremer Wetterereignisse diese Phänomene immer häufiger und schwerer zu kontrollieren.