In fünf Jahren in einem Haus eingesperrt und täglich Torturen erlitten. Eine schockierende Geschichte aus der Stadt Saint-Molf in der Loire-Atlantique, Frankreich. Eine 45-jährige Frau wurde befreit, nachdem sie von ihrer Mitbewohnerin und deren Lebensgefährten im Garagenbereich eines Hauses festgehalten worden war: Am 14. Oktober konnte die Frau schließlich fliehen und der Polizei alles berichten.
Frankreich: Frau fünf Jahre lang von Mitbewohnerin und Partner festgehalten
Wie die französischen Medien berichten, hat der Fall auch die Ermittler schockiert: Die Frau befand sich in dramatischen Verhältnissen, abgemagert und gezeichnet von Jahren der Isolation, die unter der völligen psychologischen Kontrolle der Täter stand, die inzwischen auch ihr Bankkonto in Besitz genommen hatten. Am Abend des 14. Oktobers nutzte die 45-Jährige eine Ablenkung der beiden, die sie festhielten, und konnte fliehen, indem sie an die Fensterscheiben der Nachbarn klopfte, um Schutz zu finden. Die Bewohner riefen sofort die Polizei. Als die Beamten am Ort eintrafen, fanden sie die Frau abgemagert und unterkühlt vor; sie wog etwas über 50 Kilogramm. Die 45-Jährige wurde umgehend ins Krankenhaus eingeliefert, wo sie den Ermittlern ihre Geschichte schilderte.
Die Garage als Gefängnis: Verpflegung mit Porridge und Spülmittel
Nachdem sie beschlossen hatte, die Wohnung mit dem Paar zu teilen, hatten sich die beiden schrittweise in Gefängniswärter verwandelt, die sie von der Außenwelt isolierten und dazu brachten, im Garagenbereich zu leben. Als die Polizei die Wohnung durchsuchte, fand sie den Garageneingang, der mit Betonblöcken verschlossen war: Innerhalb wurde der Raum zu einer echten Gefängniszelle umgebaut, schmutzig und unhygienisch. Die Frau hatte kein Bett, schlief auf einem Liegestuhl; der Raum war unheizt und hatte keinen Wasserzugang. Laut den Ermittlern musste das Opfer Plastiktüten verwenden, um Stuhlgang zu verrichten, und wurde mit Porridge gemischt mit Geschirrspülmittel ernährt.
Das Paar wegen Entführung und Folter festgenommen
Die Gendarmen von Saint-Nazaire nahmen das Paar fest, eine 60-jährige Pflegeassistentin im Guérande-Krankenhaus und der 82-jährige Lebensgefährte: Beide werden der Entführung und Folter angeklagt. Den Ermittlungen zufolge war die Frau buchstäblich spurlos verschwunden: Die letzte administrative Spur datiert auf das Jahr 2022, dem Jahr ihrer Scheidung. Nach Angaben der Ermittler hatten die beiden beschlossen, die Frau zu unterwerfen, um die Immobilie und ihr Geld zu übernehmen. Die Bankbewegungen auf ihrem Konto, die auch während der Gefangenschaft fortgeführt wurden, seien der Beweis.
„Ich habe die Taten teilweise gestanden“ – erklärte der Staatsanwalt von Nantes, Antoine Leroy, gegenüber Journalisten -, „aber sie haben auch versucht, sie zu bagatellisieren.“ Die Opfer hat berichtet, dass sie zunächst die Wohnung mit der Frau geteilt habe und nach dem Eintreffen des Partners in der Garage eingeschlossen worden sei. Allerdings fehlen noch viele Puzzleteile, und es gibt zu viele dunkle Ecken. Die Ermittler arbeiten daran, die Umstände der Entführung zu klären und zu erklären, warum in der Nachbarschaft niemand bemerkt hat, was in jenem Haus des Grauens vor sich ging.