Nachdem sich der Vorsitzende der La France Insoumise, Jean-Luc Mélenchon, offiziell für die Wahlen 2027 kandidiert hat, warnt er die Franzosen (und die Verbündeten): „Wenn ich Präsident bin, wird Frankreich die NATO verlassen“. Die atlantische Allianz „diene nur einem Zweck“, sagte der fortschrittliche Führer in einem Interview mit dem französischen Sender LCI, nämlich „uns unter den Schutz der Vereinigten Staaten zu stellen“.
Mélenchon hob daher hervor, dass es Teil der „historischen Linie“ Frankreichs sei, Distanz zur NATO zu wahren, wobei er sich auf den Entschluss des früheren Präsidenten Charles de Gaulle berief, sich aus dem integrierten Militärkommando der Organisation zurückzuziehen. Der Austritt Frankreichs aus der NATO solle „schrittweise“ erfolgen. Klar, zuerst müsste Mélenchon die Wahlen gewinnen.
Wenn ich Präsident bin, verlässt Frankreich die NATO.
Die NATO dient nur einem Zweck: uns unter die Vormundschaft der Vereinigten Staaten zu stellen.
Vom Abstand zur NATO ist Frankreichs historische Linie. Wir haben die amerikanischen Basen aus unserem Land entfernt. Vor Monsieur Sarkozy in… pic.twitter.com/ufZ9bgvbea
— Jean-Luc Mélenchon (@JLMelenchon) 8. Mai 2026
Umfragen deuten darauf hin, dass im Fall eines Duells in der Stichwahl gegen das Rassemblement National der Führer der La France Insoumise – mit rund 12 Prozent der Stimmen geführt – wahrscheinlich geschlagen würde. Aber er gibt sich nicht geschlagen. „In der Stichwahl“, erklärt er, „würde Marine Le Pen einen Kandidaten des ‚Zentrumsblocks‘ bevorzugen: Sie führen Reden, die so schrecklich sind wie die ihren. Und sie würde ihn schlagen, weil die Wähler das Original dem Abklatsch vorziehen. Gegen mich wird es eine andere Sache sein“.
Mélenchon ergänzte, dass das „Rassemblement national“ unser Hauptgegner sei, und es als „Partei der Unfähigen“ bezeichnete, die Frankreich in eine ethnisch-nationalistische, vom Rassismus zerfressene Nation verwandeln würde.
Le RN est notre adversaire principal. Cette partie d’incapables transformerait la France en une nation ethniste rongée par le racisme.
Au second tour, Marine Le Pen préfère un candidat du « bloc central » face à elle : ils tiennent des propos aussi terrifiants que les siens. Et… pic.twitter.com/3W1SG3PwCV
— Jean-Luc Mélenchon (@JLMelenchon) 8. Mai 2026