Mehr als 1.700 Personen wurden an Bord eines Kreuzfahrtschiffs in Frankreich unter Quarantäne gestellt, nachdem der Tod eines 90-jährigen Passagiers aufgrund eines mutmaßlichen Gastroenteritis-Ausbruchs gemeldet wurde. Das Schiff der Ambassador Cruise Line, die „Ambition“, kam am Abend des Dienstag, dem 12. Mai, in Bordeaux an, nachdem es am 6. Mai von den Shetlandinseln aus ausgelaufen war und Zwischenstopps in Belfast, Liverpool und Brest eingelegt hatte, bevor es nach Bordeaux fuhr, von wo aus es eigentlich nach Spanien zurückkehren sollte. Eine Rückkehr, die jedoch bislang nicht erfolgen wird, zumindest nicht innerhalb des geplanten Zeitrahmens.
Etwa 50 mit Symptomen: Tests zur Identifizierung des Norovirus
Neben dem 90-jährigen Verstorbenen zeigten etwa fünfzig der 1.233 Passagiere Symptome, und es laufen Tests, um das Vorhandensein des Norovirus zu prüfen – ein hoch ansteckendes Krankheitserreger, das typischerweise Erbrechen, Durchfall und starke Bauchschmerzen verursacht. An Bord der Kreuzfahrt befinden sich außerdem 514 Besatzungsmitglieder in Quarantäne.
Verbindungen zum Hantavirus ausgeschlossen
Die Gesundheitsbehörden erklärten, dass die ersten an Bord durchgeführten Untersuchungen das Vorhandensein des Norovirus ausgeschlossen hätten, weitere Analysen würden jedoch derzeit im Krankenhaus von Bordeaux durchgeführt. Auch die Möglichkeit einer Lebensmittelvergiftung wurde nicht ausgeschlossen; gleichzeitig wurden mögliche Verbindungen zu den Hantavirus-Fällen, die auf dem Kreuzfahrtschiff MV Hondius festgestellt wurden, dementiert.
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Nach Angaben der Behörden soll der Höhepunkt der Symptome am 11. Mai eingetreten sein, als sich das Schiff in Brest, Frankreich, befand. Die 90-jährige Todesopferin soll gestorben sein, bevor das Schiff den Hafen erreicht hatte.
Die Behörden: „Panik an Bord vermeiden“
Bestätigte Gerüchte über eine Hantavirus-Präsenz unter Passagieren wurden von den französischen Behörden zurückgewiesen. Sie forderten zugleich dazu auf, „jegliche Panik an Bord zu vermeiden“, auch wenn die Quarantänemaßnahmen „unter Berücksichtigung des aktuellen internationalen Kontextes“ getroffen wurden. „Es herrscht eine Atmosphäre, die uns zu äußerster Vorsicht zwingt, auch wenn diese Art von Epidemie auf einem Boot in geschlossener Umgebung nicht ungewöhnlich ist“, fügte das Gesundheitswesen, wie von französischen Medien zitiert, hinzu.