Eine „Superintelligenz“ schaffen, die sich aus den besten Geheimdienstmitarbeitern vor Ort zusammensetzt. Das ist die Linie, auf der sich die Europäische Kommission bewegt. Das Ziel von Ursula von der Leyen soll darin bestehen, die Nutzung der von den nationalen Geheimdiensten gesammelten Informationen zu verbessern: Netzwerke bilden, um Europa strategischer zu verteidigen. Wie der Financial Times berichtet, wird Von der Leyen diese Schritte enthüllt.
Neue 007 im Dienst der Europäischen Kommission?
Nach dem Financial Times soll die neue Geheimdienststruktur innerhalb des Generalsekretariats der Kommission entstehen. Der Plan sieht vor, Beamte aus den Geheimdiensten der EU zu rekrutieren und Informationen „für gemeinsame Zwecke“ zu bündeln. Der Plan sei nicht formell allen 27 EU-Mitgliedstaaten mitgeteilt worden.
Die Idee stößt jedoch auf Widerstände bei den hohen Beamten des Europäischen Auswärtigen Dienstes, der das Lage- und Nachrichtenzentrum (Intcen) der Union überwacht. Die deklarierte Sorge ist die Entstehung eines „Doppelorganes“; unausgesprochen befürchtet man, durch die neue Einrichtung faktisch entmachtet zu werden.
Ein Sprecher der Kommission blieb gegenüber dem Financial Times zurückhaltend und sprach von laufenden Bewertungen. „Das Konzept befindet sich in der Entwicklung und die Diskussionen laufen. Es wurde kein konkreter Zeitplan festgelegt“, hieß es von den Quellen, die ergänzten, dass „es auf den bestehenden Kompetenzen innerhalb der Kommission basieren wird und eng mit den jeweiligen Diensten des Europäischen Auswärtigen Dienstes zusammenarbeiten wird“.