Ceuta und Melilla: Mutmaßliche neue Migrantenwelle am 15. August – Grenzpolizisten an der Grenze postiert

23. August 2026

| Lukas Steinberger

Im Blick auf das Ferragosto-Fest wächst in Ceuta die Vorstellung einer neuen Migrantenzuwanderung aus Marokko. Seit Tagen beobachten spanische Geheimdienste Gruppen auf Facebook, WhatsApp und TikTok-Profilen, auf denen weiterhin Botschaften und Falschinformationen über angebliche Sicherheitslücken an den Grenzkontrollen kursieren. Um eventuellen Versuchen irregularer Einreisen entgegenzuwirken, ist die spanische Regierung „bereit, alle notwendigen Ressourcen bereitzustellen“. Die Madrider Geheimdienste halten es für „vollständig glaubwürdig“, dass tatsächlich ein neuer Einreisversuch in die spanische Enklave an der nordafrikanischen Küste stattfindet. Vor allem, weil ein Aufruf, dies am kommenden Samstag, dem 15. August, zu tun, in den sozialen Netzwerken viral geworden ist. Es handelt sich um eine Art Kampagne, die Migranten dazu aufruft, zu versuchen, in die Enklave an der nordafrikanischen Küste Spaniens einzudringen.

Vielleicht könnte auch die andere spanische Enklave Melilla ins Visier genommen werden. Daher sind in den letzten Stunden Hunderte marokkanische Sicherheitskräfte in Einsatzmontur bereits an der Grenze eingesetzt, während die Spannungen zwischen den beiden Ländern zunehmen: Rabat drohte, das Auslieferungsabkommen mit Spanien auszusetzen.

Auseinandersetzungen zwischen Italien und Spanien

Im Internet geht weiterhin das Trommeln für eine Massenüberquerung. Aus diesem Grund bestätigte Innenminister Matteo Piantedosi gestern im Parlament, dass Italiens Entscheidung, das Schengen-Abkommen mit Madrid auszusetzen, „nicht vor dem 15. August überprüft wird“ und ohnehin erst dann, wenn die Regierung die Sicherheitsrisiken für Italien als vollständig ausgeschlossen erachtet. Auch Spanien setzt die Maßnahmen gegenüber Ankommenden aus Italien fort: bisher wurden Kontrollen bei 3.115 Fluggästen durchgeführt.

Die Verteidigungsmaßnahmen von Marokko und Spanien

Tatsächlich, um einen erneuten Masseneinreiseversuch zu verhindern, befinden sich acht Schiffe der marokkanischen Königs-Marine vor der Küste nahe Castillejos. Auf der anderen Seite der Grenze überwacht die spanische Guardia Civil Land und Meer mit fast 500 zusätzlichen Beamten, während eine neue Barriere auf dem Damm vor dem Hafen der südlichen Zone Melilla installiert ist, ähnlich der Barriere von El Tarajal in Ceuta.


Migliaia di migranti a Ceuta – Foto Ap LaPresse

Centinaia di agenti marocchini in tenuta antisommossa sono schierati al confine con le due exclave spagnole e alcuni filmati diffusi sui social raccontano il dispiegamento di forze a Benzù, di fronte al valico di Tarajal che separa il Marocco da Ceuta, e lungo le strade di accesso a M’diq, Tetouan e alle loro periferie. Ci sono poi i posti di blocco presidiano i circa ottanta chilometri di strada che collegano Tangeri a Ceuta. I poliziotti marocchini sono anche sulle spiagge, con elmetti e scudi, per un’esercitazione in vista del nuovo possibile „assalto“. In sostanza, il Marocco ha blindato il confine con Ceuta per bloccare sul nascere un eventuale tentativo di ingresso via terra e via mare.

Spannungen zwischen Spanien und Marokko

Tutto questo avviene mentre der marokkanische Justizminister Abdellatif Ouahbi eine Reihe von Provokationen gegenüber dem spanischen Gegenüber startet: Er kritisierte den spanischen Ansatz in der Migrationsfrage und sagte, dass „Marokko die Grenzen schützt, während Spanien diejenigen im Inneren festhält“. Der Verweis betrifft die unbegleiteten marokkanischen Minderjährigen, die in Ceuta angekommen sind, zweitausend laut Save the Children. Ouahbi erklärte gegenüber der Presse, dass sein Ministerium prüfe, die Möglichkeit zu erwägen, das „bilaterale Auslieferungsabkommen“ auszusetzen, wegen der Schwierigkeiten Marokkos, tatsächlich Verurteilte oder Verdächtige zu empfangen, worum Spanien die Auslieferung bittet.

Daten zu irregulären Grenzübertritten in der EU

Unterdessen liegen Daten von Frontex (der Europäischen Grenz- und Küstenwache) zu irregulären Grenzübertritten in Europa im Jahr 2026 vor. Die Übertritte an den Außengrenzen der EU sind in den ersten sieben Monaten des Jahres um 37% gesunken und belaufen sich auf rund 61.000 Registrierungen. Diese Zahlen berücksichtigen jedoch nicht die außergewöhnlichen Ereignisse, die in Ceuta in den vergangenen Wochen registriert wurden. Die Route des östlichen Mittelmeers bleibt die am stärksten genutzte, mit 20.232 Registrierungen (-28%), gefolgt vom Zentralen Mittelmeer mit 16.454 (-55%). Im Gegenpol dazu steigt der mediterrane Westteil, die einzige größere Route mit Zuwachs, auf 11.217 Überquerungen, +37%.

Asylanträge: Wir sind vorne

Eurostat (das statistische Amt der Europäischen Union mit Sitz in Luxemburg) hat im Mai die Zahlen zu Asylanträgen in der EU veröffentlicht. Es wurden 42.525 Anträge von Bürgern aus Nicht-EU-Ländern gestellt, 22% weniger als im gleichen Monat 2025 (54.765) und 2% weniger als im April. Italien war das Land mit der höchsten Anzahl von Anträgen, 10.660, gefolgt von Spanien (7.945), Frankreich (7.180) und Deutschland (5.965). Eurostat meldet. Die vier Länder zusammen verfassten damit 75% aller ersten Anträge in der EU.

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Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.