Kann man lachen, wenn man über Femizid spricht? Es ist eine unbequeme, fast unmögliche Frage – und doch beginnt genau hier „Serpenti“, der Film von Roberto De Paolis Maino, geschrieben von den Brüdern D’Innocenzo, der beim Festival von Venedig 83 vorgestellt wurde und am 10. September in die Kinos kommt. In der Besetzung sind auch Valeria Golino und Leonardo Lidi.
Ein Film, der das Groteske und die Komik wählt, um eine der dramatischsten Realitäten unserer Gegenwart zu erzählen, und der – wie die Protagonisten Alessandro Borghi und Pietro Castellitto erklären – dich zuerst lachen lässt und dich danach dazu zwingt, dich zu fragen, warum du gelacht hast.
Mit den beiden Schauspielern haben wir über Femizid gesprochen, der durch Absurdes erzählt wird, über die Gewalt, die wir riskieren, als etwas Normales wahrzunehmen, und über ein Kino, das statt leichter Antworten zu geben, versucht, uns gerade durch ein Lachen zum Nachdenken zu bringen.
Serpenti: Die Rezension
„Es ist ein Film, der die Intimität eines jeden von uns inszeniert“
„Die Stärke des Films besteht darin, dass er dich über tragische Dynamiken lachen lässt und dies tut, indem er die Intimität jedes Einzelnen von uns inszeniert. Es ist ein Film, der sich im Untergrund der Intimität bewegt.“
Valeria Golino: „Wir haben uns an Gewalt gewöhnt. Heute suche ich Rollen, die mir unangenehm sind“
Gewalt ins Kino zu tragen – läuft das Risiko, sie zu sensationalisieren?
„Dieses Risiko besteht hier nicht, denn „Serpenti“ ist kein Film über geschlechtsspezifische Gewalt, sondern ein Film, der diese Gewalt als auslösendes Ereignis nutzt, um sie anzuprangern. Und das ist die Großartigkeit des Drehbuchs. Es tritt niemals stärker in den Vordergrund, als es sollte. Einen Genrefilm zu machen, in dem man lachen kann und am Ende Schuldgefühle hat, weil man gelacht hat – ich glaube, das ist eine außergewöhnliche Übung in Drehbuch und Regie.“
„Bunker“ ist der notwendigste Film von Venedig 83, weil er von uns allen spricht