Agent stirbt während der Evakuierung des MV Hondius an einem Herzinfarkt

13. Mai 2026

| Lukas Steinberger

Tragödie während der Ausschiffung der Passagiere auf der Mv Hondius, dem Kreuzfahrtschiff, auf dem sich ein Hantavirus-Ausbruch entwickelte. Ein 62-jähriger Beamter der spanischen Guardia Civil starb am Sonntagnachmittag, dem 10. Mai, im Hafen von Granadilla de Abona auf Teneriffa.

Der tödliche Herzinfarkt

Der Mann, wie von der Gewerkschaft Jucil Nacional der Polizei auf X bestätigt wurde, soll während der Ausschiffung der Passagiere von einem Herzinfarkt getroffen worden sein: „Der Beamte, der als Reserve im Einsatzleitzentrum tätig war, erlitt einen Herzinfarkt. Trotz der rund 40 Minuten dauernden Reanimation konnte sein Leben nicht gerettet werden. Ein weiterer Kollege verliert im Dienst sein Leben. Eine weitere Familie ist zerstört.“

Die Gewerkschaft der Guardia Civil verweist zudem auf den Tod von zwei weiteren Beamten, der sich am vergangenen 8. Mai im Zusammenstoß zweier Motorboote der Gendarmerie während der Verfolgung eines schnellen Drogenbootes vor der Küste von Huelva in Andalusien ereignet hat. In derselben Region im Südwesten Spaniens, im Februar 2024, starben weitere zwei Beamte bei der Verfolgung von Drogenhändlern in Barbate (Cadiz).

Die betroffenen Passagiere

Unter den Passagieren, die in Spanien ausgeschifft wurden, befinden sich auch 17 US-Staatsbürger, von denen einer laut dem US-Gesundheits- und Humandienstministerium leicht positiv auf das Virus getestet wurde. „Der Passagier – heißt es in der Mitteilung des Ministeriums – zeigt derzeit milde Symptome, und ein weiterer Passagier hat einen leichten PCR-Test auf das Andes-Virus ergeben.“

Gesundheitsministerin Stéphanie Rist bestätigte in einem Interview mit France Inter auch die Positivität einer französischen Staatsbürgerin, dem ersten Hantavirus-Fall in Frankreich: „Ihre Verfassung hat sich über Nacht verschlechtert. Die PCR-Tests waren positiv, und die Frau wird in einem auf Infektionskrankheiten spezialisierten Krankenhaus behandelt. Zudem gibt es 22 Kontaktpersonen, teils engste Kontakte. Was die übrigen Passagiere betrifft, so gab es am 25. April einen Flug von Sant’Elena nach Johannesburg, an Bord befanden sich acht französische Staatsbürger und der Patient, der später verstarb. Diese Acht befanden sich fast eine Woche in Isolation. Bei einem zweiten Flug von Johannesburg nach Amsterdam wurden 14 französische Staatsbürger identifiziert, die aufgefordert wurden, sich in Selbstisolation zu begeben; wir bitten sie, sich bei uns zu melden. Wir müssen die Isolationsmaßnahmen verstärken.“

Rückführungsmaßnahmen

In der Zwischenzeit wurden bereits 94 Personen aus 19 verschiedenen Nationen evakuiert, so die spanische Gesundheitsministerin Monica Garcia, die den Tag als „ziemlich intensiv“ bezeichnen ließ. Die lokalen Behörden bestätigten, dass die Operationen für die rund 150 Passagiere und Besatzungsmitglieder bis zu den abschließenden Rückführungsflügen nach Australien und in die Niederlande fortgesetzt werden, die für den Nachmittag des heutigen Montags, 11. Mai, geplant sind. Das Schiff wird vormittags noch die Nachschubversorgung abschließen, und die Abreise in Richtung Niederlande, mit etwa 30 Besatzungsmitgliedern an Bord, ist auf 18:00 Uhr italienischer Zeit festgelegt. Die Ausschiffung vom niederländisch flaggenschiff begann am Sonntag: Die Passagiere, geschützt durch blaue medizinische Schutzanzüge, erreichten den Industriehafen Granadilla auf Teneriffa an Bord kleiner Boote. Von dort wurden sie zum Flughafen Teneriffa Süd mit Militärbussen transportiert, die mit Trennwänden die Fahrer absicherten, und sie erhielten neue Sicherheitsausrüstungen, bevor sie an Bord gingen. Obwohl Ministerin Garcia zunächst erklärt hatte, dass alle Passagiere nach den Vor-Ausschiffungskontrollen asymptomatisch seien, bleibt die Situation weiter unter engmaschiger Beobachtung.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.