Hantavirus-Infektion beim österreichischen Fußballtrainer: „Ich putzte gerade die Terrasse. Kopfschmerzen und Rückenschmerzen, dann zwei Wochen auf der Intensivstation.“

11. Mai 2026

| Lukas Steinberger

Zu den Personen, die berichtet haben, in der Vergangenheit mit dem Hantavirus konfrontiert gewesen zu sein, gehört auch Ralph Hasenhüttl, ehemaliger Fußballspieler und heute österreichischer Fußballtrainer, der heute 58 Jahre alt ist. Er erkrankte im Sommer 2012 während seiner Tätigkeit auf der Bank des Aalen in Deutschland. Seine Geschichte ist heute wieder aktuell geworden, nach dem Ausbruch auf dem Kreuzfahrtschiff Mv Hondius, das am 1. April von Südamerika nach Kap Verde abgefahren war. Eine dramatische Zeugenaussage, wenn auch mit einem glücklichen Ausgang, denn der Mann hat die schwere Phase der Erkrankung überwunden und es geht ihm gut.

„Ich putzte gerade die Terrasse zu Hause…“

Zu jener Zeit, als Hasenhüttl, seit dem letzten Sommer ohne Trainerbank nach seiner Entlassung bei Wolfsburg, noch mit dem Aufstieg von Aalen in die 2. Bundesliga beschäftigt war und sich auf die neue Saison vorbereitete, erklärte Hasenhüttl in einem Interview mit dem Mirror, dass er sich die Infektion vermutlich während einer einfachen häuslichen Tätigkeit zugezogen habe. „Ich putzte gerade die Terrasse zu Hause, ohne Maske, und glaube, Staub eingeatmet zu haben. Es vergehen circa zwei bis drei Wochen, bevor die Infektion sich manifestiert und die Symptome auftreten“, erläuterte er.

Die Infektion kann durch direkten Kontakt mit Kot, Speichel oder Urin infizierter Nagetiere erfolgen oder durch das Einatmen von Viren über den Kot von Nagetieren.

„Ich fühlte mich, als hätte mir eine Nadel in den Kopf gestochen“

Der österreichische Trainer berichtet, dass er die ersten Anzeichen versehentlich für bloße Müdigkeit nach einer Mountainbike-Tour hielt, doch schon bald traten heftige Kopfschmerzen und Rückenschmerzen auf. „Ich ging ins Bett, und erst dort begann der Kopfschmerz. Es fühlte sich an, als hätte ich eine Nadel im Kopf. Dann begann ich, starke Rückenschmerzen zu spüren. Es war, als hätte mir ein Messer in den Rücken gerichtet“, schilderte Hasenhüttl. Die Untersuchungen zeigten, dass das Virus eine rasche Vergrößerung von Leber und Nieren verursachte.

Der Trainer verbrachte zwei Wochen im Krankenhaus, auf der Intensivstation. „Ich war so lange weg und wusste nicht, wann ich zurückkehren würde. Der Herzschlag war so stark, dass ich aufwachte und ein dumpfes Pochen in der Brust spürte. Man muss warten, bis der Körper Antikörper produziert, und dann darauf hoffen, zu überleben. Es blieb nur abzuwarten. Ich versuchte, negative Gedanken zu vertreiben, weil ich mich jung, gesund und stark fühlte. Ich dachte: Warum sollte ich an einem Virus sterben?“, so Hasenhüttl.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.