Schweden-Wahlen: Rechtsextreme verlieren Stimmen, Regierungsbildung bleibt blockiert

19. September 2026

| Lukas Steinberger

Die Auszählung ist noch nicht abgeschlossen, sie hat bereits mehr als 94 Prozent der abgegebenen Stimmzettel ausgewertet, doch es lassen sich bereits erste Schlüsse zur Wahl in Schweden ziehen. Das Zentrum-links-Lager scheint dem Sieg nahe zu sein. Die rechtsextreme Partei der Schwedischen Demokraten, die sich zum ersten Mal als potenzielles Regierungsmitglied präsentierte, hat die Erwartungen enttäuscht. Im Vergleich zur Wahl von 2022 hätten sie mindestens 3 Prozent ihrer Zustimmung verloren.

Das Ergebnis

An der Spitze der Präferenzen stehen die Sozialdemokraten von Magdalena Andersson mit 28,1 Prozent, die dennoch ungefähr 2 Prozentpunkte verlieren. Zweite, zumindest vorerst, sind die Moderaten des scheidenden Premierministers Ulf Kristersson mit 19,9 Prozent der Stimmen. Den dritten Platz belegen die Schwedischen Demokraten unter der Führung von Jimmie Åkesson, unverändert bei 17,6 Prozent.

Die Projektionen sehen die links-zentristische Koalition in Führung, wenngleich mit nur drei Sitzen Vorsprung. Im schwedischen Parlament müssen 175 Abgeordnete erreicht werden, das entspricht der Hälfte plus eins der Sitze im Riksdag. Der Tidö-Pakt, vom Schloss aus, wo er unterzeichnet wurde, könnte Kristersson und die Rechtskoalition nicht ausreichen, um sich erneut zur Regierung zu bekennen. Die Situation entwickelt sich jedoch weiter.

Unterdessen spricht Andersson bereits als Premierministerin: „Wir müssen die endgültigen Wahlergebnisse abwarten. Aber meine Botschaft ist eindeutig: Wir Sozialdemokraten werden immer bereit sein, die Verantwortung für das Ergebnis zu übernehmen. Es scheint sehr ausgewogen zu werden“. Die Vorsitzende der Sozialdemokraten fügte hinzu: „Im Moment liegen wir an der Spitze. Wenn sich die Situation bestätigt, wird Schweden eine neue Regierung erhalten. Aber wir müssen das Endergebnis abwarten“.

Am Mittwoch zählen die Gemeindewahlbehörden die Stimmen, die nicht rechtzeitig in die Wahllokale eingegangen sind. Dazu gehören die Vorabstimmen, die in anderen Gemeinden während des Wahlwochenendes abgegeben wurden, sowie die Briefstimmen aus dem Ausland und jene, die in Botschaften und Konsulaten abgegeben wurden. Falls nötig, kann die Auszählung auch am Donnerstag fortgesetzt werden. Bei den Wahlen 2022 wurden rund 251.000 Stimmen zu diesem Teil der Auszählung hinzugefügt. Wie viele es dieses Jahr sein werden, und vor allem wie sie verteilt werden, ist noch unklar.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.