Rückruf: 300.000 Kondome platzen

25. August 2026

| Lukas Steinberger

Warnung aus Frankreich wegen tausender Kondome, die nicht den Vorschriften entsprechen. Die Generaldirektion für Wettbewerb und Betrugsbekämpfung (DGCCRF) und die Generaldirektion Gesundheit haben zwei getrennte Probleme gemeldet: etwa 260.000 Kondome wurden nach Labortests zurückgerufen, die ein Risiko des Reiβens aufgezeigt hatten, und bei einer der Referenzen wurden zusätzlich Perforationen festgestellt; außerdem wurden online mehr als 40.000 Kondome verkauft, die die europäischen Konformitätsanforderungen nicht erfüllten.

Kondome mit Risiko des Reiβens und Perforationen

Die Kontrollen betrafen auch Produkte, die regulär mit der CE-Kennzeichnung versehen und in Geschäften sowie Apotheken verkauft wurden. Die Analysen identifizierten zwei nicht konforme Referenzen, eine wegen des Risikos des Reiβens und eine zusätzlich wegen Perforationen. Die Rückrufe, eingeleitet zwischen Ende Mai und Anfang August, betreffen insgesamt rund 260.000 Einheiten.

Auf dem Regierungsportal Rappel Conso erscheinen das Kondom Safe von Friday Bae, Chargen 3RRI553, das in Frankreich von November 2023 bis Mai 2026 vermarktet wurde, sowie die ultra-dünnen Kondome My Lubie, Chargen 5RRI891, verkauft zwischen Dezember 2025 und Mai 2026 auch über Amazon, Apotheken, Monoprix und weitere Händler. Bei beiden Produkten wird als Risiko die mögliche Übertragung sexuell übertragbarer Infektionen oder eine unerwünschte Schwangerschaft genannt.

Mehr als 40.000 Produkte ohne CE-Kennzeichnung

Ein zweiter Strang betrifft etwa dreißig Referenzen, die vor allem auf großen Online-Plattformen angeboten wurden: rund tausend Verpackungen, insgesamt über 40.000 Kondome wurden verkauft. Die Mehrzahl stammte von asiatischen Verkäufern und verfügte weder über die CE-Kennzeichnung noch über die erforderliche Konformitätsbewertung; oft fehlte auch die französische Verpackung. Zu den von Rappel Conso zurückgerufenen Produkten zählen einige Referenzen von Okamoto und Sagami, die ursprünglich für den japanischen Markt bestimmt waren.

Den Online-Shops wurde aufgefordert, die Anzeigen unverzüglich zu entfernen: 36 Inserate wurden bereits gelöscht. Die Gesundheitsbehörden empfehlen Personen, die nicht konforme Produkte verwendet haben, sich einem Test auf sexuell übertragbare Infektionen zu unterziehen und bei ausbleibender Periode einen Schwangerschaftstest durchzuführen.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.