Hunderte Migranten versuchen, Ceuta zu erreichen – von der marokkanischen Polizei mit Gewalt abgeführt

21. August 2026

| Lukas Steinberger

Die marokkanischen Behörden haben am Samstag angekündigt, dass sie einen Versuch von Hunderten von Migrantinnen und Migranten, die überwiegend aus Subsahara-Afrika stammen, aufgehalten haben, illegal die Grenze zu überqueren, um Ceuta zu erreichen. Wie sich herauskristallisierte, hatten sich die Personen am Stadtrand der Grenzstadt Fnidq (spanisch Castillejos) in einem bergigen Gebiet versammelt.

Die marokkanischen Sicherheitskräfte versuchten, die Migranten zu zerstreuen, die jedoch in der Gegend blieben. Bis zu einer neuen Blitzaktion der Polizei am frühen Nachmittag, als die Beamten erneut aktiv wurden. Dutzende afrikanische Migranten, darunter einige marokkanische Minderjährige, wurden festgenommen und gewaltsam in gemietete Busse der Behörden zu entfernten Orten wie Ouarzazate transportiert, mehr als 800 Kilometer vom südlichsten Marokko entfernt. Auf den Hauptstraßen, die nach Fnidq führen, waren Straßensperren eingerichtet, während die Überwachungsmaßnahmen in der Nähe der Ceuta-Grenze sowohl zu Land als auch zu Wasser verstärkt wurden – mit dem Einsatz von Patrouillenbooten der königlichen marokkanischen Marine und Drohnen.

Eine 17-jährige Migrantin berichtete der spanischen Nachrichtenagentur Efe, dass sie in Fnidq aus Tetouan in der Nacht angekommen sei. Sie habe angegeben, mit einem Bus gereist zu sein, der auf dem etwa 35 Kilometer langen Weg zwischen den beiden Orten dreimal von marokkanischen Sicherheitskräften angehalten wurde.

Aufrufe in den sozialen Medien zu einer weiteren Massenflucht

Seit Tagen überwachen spanische Geheimdienste Gruppen auf Facebook, WhatsApp und TikTok-Profilen, nachdem ein Aufruf, am 15. August einen weiteren Exodus zu versuchen, in den sozialen Netzwerken viral gegangen ist. Auf den Plattformen kursieren weiterhin Botschaften und Falschinformationen über angebliche Sicherheitslücken bei den Grenzkontrollen. Um möglichen Versuchen illegaler Einreisen zu begegnen, hat die spanische Regierung alle notwendigen Ressourcen mobilisiert, da die Geheimdienste es für völlig glaubwürdig halten, dass tatsächlich ein neuer Einreiseversuch in die Exklave Madrids an der nordafrikanischen Küste stattfinden könnte.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.