„Fühlst du dich kalt, Cate?“; „Und warum Langarm?“: Die Neugier einiger Follower tritt in den Kommentaren hervor, die unter den Bootsfotos von Caterina Balivo stehen, die im bezaubernden Meer der Baia degli Infreschi im Cilento einen Badeanzug präsentiert, der sich deutlich von den gängigen Modellen unterscheidet. Nichts mit Dreiecken und Balkon-Bikini-Oberteilen, kein Band, das an den Hüften herabhängt. Der Bauchnabel bleibt durch den rosa farbigen Tierdruck verdeckt, der den größten Teil des Oberkörpers, den Bauchnabel und sogar die Arme bedeckt und so Reaktionen auslöst bei jenen, die schon beim Gedanken daran eine erhöhte Körpertemperatur spüren.
Die Moderatorin von Rai 1 ist nur eine von vielen, die sich dafür entschieden haben, das sogenannte „Surf-Suit“ oder „Rash Guard“ – ein Surf-Anzug oder Surf-Shirt – außerhalb des ursprünglichen Kontexts zu tragen, also als Alltagskleidung an heißen Sommertagen, statt als technisches Modell für Wassersportarten. Teil der Urlaubs- und Trendgarderobe, wird der besagte Badeanzug von Marken unterschiedlichster Spezialisierung im Surfabric-Bereich neu aufgelegt, wie etwa dem australischen Unternehmen Rip Curl, das ein Modell in schwarzen Rippen zu einem insgesamt erschwinglichen Preis von 80 Euro anbietet, oder wie die Seite Mytheresa das Blumenmuster-Modell mit Front-Reißverschluss der Luxusmarke Alémais zu stolzen 280 Euro präsentiert.

Wozu dienen Langarm-Surfanzüge?
Angesichts der weiterhin geringen Verbreitung von Langarm-Badeanzügen ist es schwer vorstellbar, dass jemand auf dem Strand sie nicht bemerken möchte. Der AufmerksamkeitserreGER-Druck könnte also zumindest vorerst zusammen mit der Möglichkeit bestehen, eine ganz persönliche Interpretation des Begriffs Raffinesse zu zeigen.
Abgesehen von der Ästhetik bietet das Kleidungsstück eine beachtliche Nutzbarkeit, da es auch wie ein normaler Body getragen werden kann, kombiniert mit Hose oder Rock, und sogar im Winter als Unterkleidung unter einer Jacke getragen werden kann (eine bemerkenswerte Nutzung jenseits der Saison, besonders wenn man sich für teure Modelle entscheidet). Doch vor allem – und das gilt als der interessanteste Aspekt – ist der Stoff nahezu immer mit einer UPF-50+-Zertifizierung ausgestattet, die mehr als 98% der UV-Strahlen blockiert und die Haut vor möglichen Sonnenbrand- und Hautverletzungen schützt.
Wie die Website Ker Sun erklärt, steht UPF für „Ultraviolet Protection Factor“, ein Index, der die Fähigkeit eines Stoffes oder Materials misst, ultraviolette Strahlen zu filtern. Um das Verständnis zu erleichtern: Ein sommerliches Baumwoll-T-Shirt hat oft einen Schutzfaktor von ungefähr UPF 5, was bedeutet, dass 20% der UV-Strahlen durch den Stoff dringen, was entsprechend Schutzmaßnahmen erfordert, wenn man über längere Zeit der Sonne ausgesetzt ist oder einfach einen Sonnenbrand verhindern will.
In der Tat: „So trage ich den Sonnenschutz nicht die ganze Zeit – das schadet der Umwelt“, hatte Caterina Balivo auf die Frage nach dem Grund für die Wahl des Langarm-Modells geantwortet. Dann meldete sich jemand: „Da verschmiert man etwas Creme; die Yacht aber nicht.“ Sie ließ dazu jedoch einfach mit sich reden.
