Dianas Rachekleid wird versteigert – mindestens 129.000 Euro wert: Die Geschichte eines Kleides, das zum Mythos wurde

12. September 2026

| Lukas Steinberger

Es gibt Kleider, die über ihre bloße Funktion hinausgehen. Kleider, die nicht nur bedecken oder die Trägerin ins rechte Licht rücken, sondern zu legendären Ikonen werden, weil sie sich mit den Konturen der Trägerin verschmelzen, Modelle, die eine Geschichte heraufbeschwören, die sich schon beim bloßen Erinnern erzählt.

Das schwarze Givenchy-Kleid, getragen von Audrey Hepburn in Frühstück bei Tiffany, zum Beispiel, oder die „Greige“-Kostüme von Giorgio Armani, getragen von Richard Gere in American Gigolo. Und dann noch – diesmal ohne jegliche filmische Fiktion, leider – das „revenge dress“, das Kleid der Rache, getragen von Lady Diana in einem entscheidenden Abend des Jahres 1994, das nun wieder in ganzer Stärke seiner Repräsentation in den Vordergrund rückt.

Der Grund liegt darin, dass am 9. Dezember 2026 das Modell, das die damalige Prinzessin von Wales trug, bei Sotheby’s in New York im Rahmen der Luxury Week des berühmten Auktionshauses versteigert wird. Die Startschätzung schwankt zwischen 150.000 und 300.000 Dollar (zwischen 129.000 und 258.000 Euro), doch die Experten erwarten, dass die Gebote die Prognosen weit übersteigen könnten.

Die Veranstaltung verspricht ein einzigartiges Ereignis zu werden: In fast drei Jahrzehnten ist dies das erste Mal, dass das schwarze Tubino wieder auf den Markt kommt, seit Diana entschieden hatte, es kurz vor ihrem tragischen Tod der Auktion zu überlassen.

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Ein Umkleiden-Upgrade in letzter Minute: und die Geschichte wurde geschrieben

Um die Tragweite des „revenge dress“ zu begreifen, muss man zurückgehen in eine präzise Nacht: den Abend des 29. Juni 1994. Diana, damals 33 Jahre alt, sollte an einem Benefiz-Gala teilnehmen, das von Vanity Fair in der Serpentine Gallery der Kensington Gardens in London organisiert wurde. In derselben Nacht übertrug das britische Fernsehen das Geständnis des Ehebruchs ihres Mannes, Prinz Charles, mit Camilla Parker Bowles.

Zunächst hatte die Prinzessin ein vorsichtiges, institutionelles Kleid von Valentino gewählt. Dann jedoch – die Einsicht jener, die längst wissen, wie die Medien funktionieren und gelernt haben, ihnen zuvorzukommen – beschloss sie, wenige Stunden vor der Veranstaltung das Outfit zu wechseln und genau auf jenes Kleid zu setzen, das seit etwa drei Jahren in ihrem Kleiderschrank hing.

Für 900 Pfund gekauft und zuvor nie getragen, weil es als zu kühn für die strengen Hofetikette-Regeln galt, wurde das Kleid von der griechischen Designerin Christina Stambolian entworfen: ein kurzes schwarzes Seidenkleid mit einem tiefen, drapierten Ausschnitt, völlig freiliegenden Schultern, ein asymmetrischer Saum und ein Schleppe aus Seiden-Chiffon, die den Gang begleiteten.

Diana beschloss, es mit schwarzen, feinen Strümpfen, kräftigem rotem Lippenstift, Schuhen mit Absätzen und einer imposanten Perlenkette mit einem zentralen Saphir um den Hals zu vervollständigen, außerdem eine Brosche, die ihr von der Königinmutter zum Hochzeitstag geschenkt worden war und die sie später zu einem Schmuckstück umfunktionierte. Der visuelle Eindruck war überwältigend: So stolz, so strahlend – in Haltung und in dem Kleid, das es widerspiegelte, kraftvoll, leuchtend und eindeutig. Die Presse prägte am nächsten Morgen den Begriff „revenge dress“ und schrieb damit Geschichte.

 
 
 
 
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Kategorien Leben

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.