„Coyote vs Acme“ wird dich zum Lachen bringen, aber auch zum Nachdenken anregen
„Coyote vs Acme“ macht sich auch hierzulande auf unsere Leinwand, ab dem 2. September, und wir werden sehen, wie dieser Film mit Mischtechnik aufgenommen wird, der die Figuren aus Looney Tunes und Merrie Melodies wieder aufleben lässt, mit denen ganze Generationen aufgewachsen sind. Dave Green schafft einen Film, der zwar offensichtlich unterhaltsam und witzig ist, doch hinter dieser Maske die Kühnheit trägt, eine metaforische Beschreibung unserer Gegenwart zu liefern, geprägt von Ohnmacht und einem diktatorischen Kapitalismus.
„Coyote vs Acme“ – Die Handlung
Für Wile E. Coyote ist die Verfolgung von Beep Beep mittlerweile so lange andauernd, dass er die Zahl der Katastrophen, Unfälle, Niederlagen und peinlichen Patzer nicht mehr mitzählt. Nun ist die Geduld wirklich am Ende. Der hartnäckige Jäger beginnt zu grübeln und findet natürlich die logische Erklärung: Acme. Es handelt sich um das mächtige Unternehmen, das ihm stets skurrile Erfindungen geliefert hat, mit denen er versucht hat, den geflügelten Beute zu fangen, doch jedes Mal versagen sie, gehen kaputt, brennen, wenn nicht die Dummheit die Gesetze der Physik in seiner Welt aushebelt. Schnell steht fest, dass Willy nach Los Angeles fährt, wo der Konzern seinen Sitz hat, und beschließt, ihn vor Gericht zu bringen. Doch er braucht einen Anwalt, und sein Blick fällt auf ein Plakat, das die Kanzlei Avery, Jones & Maltese Justice bewirbt, unter der Leitung des feigen Kevin Avery (Will Forte). Eigentlich ist Kevin feige, entgegenkommend, nur gut im Schlichten, und er hat obendrein Angst davor, sich mit Buddy Crane (John Cena), dem erbitterten Anwalt von Acme, zu messen, aber Willy hat mehr als ein Ass im Ärmel, und der Kampf beginnt, der sich von innen des Gerichtssaals nach draußen, hinein in ein Netz aus Geheimnissen und Verschwörungen fortsetzt.
„Coyote vs Acme“ wurde buchstäblich vor der Absetzung gerettet; das ist eine durchaus notwendige Vorbemerkung. Es war faktisch schon 2022 fertiggestellt; Warner Bros. hatte danach versucht, es, ähnlich wie bei Batgirl, zu verwenden, um steuerliche Erleichterungen wegen der Nichtverbreitung zu erhalten. Himmel, in den sozialen Medien erzeugte der Appell der Regisseure dank Fans und Publikum ein derartiges Echo, dass Warner Bros. schließlich den Film für 50 Millionen an Ketchup Entertainment abgab, und nun sind wir hier. Zunächst bleibt die zentrale Frage, ob das moderne Publikum bereit ist, für diesen Film zu bezahlen. Denn jenseits des medialen Falls gehören die Looney Tunes und Co. eher der Vergangenheit an; das heutige Publikum unter 18 kennt sie nicht so gut wie frühere Generationen. Sicher, hinter dem Projekt steckt der Name James Gunn als Autor, zusammen mit Jeremy Slater und Samy Burch (Drehbuch), was dennoch helfen sollte. Dennoch bleibt es ein perfektes Beispiel dafür, was in der modernen Filmindustrie nicht funktioniert, die diese Figuren viel zu lange vernachlässigt hat. Das Endergebnis ist jedoch nicht nur köstlich, sondern auch sehr intelligent.
Un Film, der Klassisches und Modernes auf fesselnde Weise vereint
„Coyote vs Acme“ versteht von Anfang an, Mystery mit Ironie zu würzen, führt uns auf eine Wahrheitssuche, die als großes Hommage an das Hard-Boiled und den damaligen Krimi gilt, natürlich gewürzt mit der typischen Slapstick-Komödie und dem unaufhörlichen Reigen des Absurden, an den die Welt der Looney Tunes uns immer gewöhnt hat. Spannend ist, wie das Drehbuch die Beziehung zwischen der animierten Welt und der realen Welt betont und dabei einige reale und dramatische Wahrheiten des modernen Kapitalismus aufgreift, einschließlich Sicherheit, Ausbeutung der Arbeitskraft, Korruption und mehr. Am Ende, wenn man Wile E. Coyotes Kampf betrachtet, viel mehr als einen einfachen Bösewicht, erkennen wir etwas beunruhigend Vertrautes: Dass wir als Konsumenten oft mehr sind als Bürger, Gefangene eines Systems, das uns hypnotisiert in falschen Glücksversprechen. Etwas, das sich auf Zigaretten genauso anwenden lässt wie auf Social Media, Kleidung genauso wie auf Billigreisen; kurz gesagt, „Coyote vs Acme“ ist viel mehr als ein netter Cartoon über einen der unglücklichsten Figuren der Animationsgeschichte oder so.
Beeindruckende, abwechslungsreiche narrative Einfälle, auch ansprechend in der Art, wie sie sich später mit einer weiten Semantik verweben, die von Mythologie (heilig und weltlich) über Psychoanalyse bis zur modernen Erzählkunst reicht. Cena und Forte arbeiten hervorragend mit ihren Figuren, doch die eigentlichen Protagonisten sind natürlich die Animationsfiguren, die sehr schlau geführt werden. „Coyote vs Acme“ lässt am Ende fast hoffen, dass eines Tages, nicht allzu weit entfernt, so etwas wirklich passieren könnte: Die industriellen Giganten der realen Welt, viel schlimmer als Acme, würden zur Rechenschaft gezogen. Doch dafür, befürchte ich, braucht es ein deutlich komplexeres Drehbuch als dieses.
Bewertung: 8,5