Zahnbürste um 479 Euro: Kamera mit 100.000 Pixeln und sprüht selbst Mundspülung

6. September 2026

| Lukas Steinberger

Schön anzusehen, funktional zwar auch, aber nicht gerade günstig. Dyson hat eine Zahnbürste vorgestellt, die 479 Euro kostet und verspricht, die Mundhygiene ohne großen Aufwand zu verbessern.

Wie es funktioniert (und wozu es gut ist)

Laut dem britischen Hersteller hat die Entwicklung des Dyson CameraJet sechs Jahre, 38 Patente und den Beitrag von 661 Ingenieuren beansprucht. Ein wahres Multitalent, dieses hochmoderne Zahnbürsten-System verfügt über eine Kamera mit 100.000 Pixeln und kann neben dem Zähneputzen auch Zähne und Zahnfleisch mit einer Mundspüllösung benetzen, wodurch es angeblich sogar Zahnseide ersetzen soll.

So funktioniert das System: Dank der Kamera mit Endoskopo-Funktion und einem maschinell trainierten Algorithmus kann die Zahnbürste während des Betriebs erkennen, wann zwischen zwei Zähnen ein Zwischenraum vorhanden ist, und sendet dann einen Impuls. Anschließend stößt das Gerät einen Mikrostrahl hochdruckförmiger Mundspüllösung aus einem internen „Anti-Gravitations“-Tank aus, der speziell dafür entwickelt wurde, Plaque in den Zwischenräumen zu beseitigen. Dank all dieser Vorkehrungen verspricht die Zahnbürste, bis zu 72% mehr Plaque zu entfernen als die führenden elektrischen Zahnbürsten auf dem Markt.

undefiniert

Die Kamera und die Reinigung der Zwischenräume

Nach Angaben des Unternehmens funktioniert die Kamera auch wie ein hochwertiges Endoskop und ermöglicht es Nutzern, „zu sehen, was der Zahnarzt sieht“. Wer sich die Zähne putzt, kann in der MyDyson-App Live-Videos der Reinigung ansehen und Feedback zu seiner Mundhygiene erhalten.

Der Gründer des Unternehmens, James Dyson, stellte die neue Zahnbürste bei einer Technologie-Veranstaltung in Paris vor. Das Benutzen von Zahnseide sei eine umständliche und zeitaufwendige Tätigkeit, erklärte er, und „nur wenige von uns tun es, obwohl wir es sollten“. „Unsere Forschung hat gezeigt, dass Menschen systematisch die Bereiche vernachlässigen, in denen Plaque entsteht: die Zwischenräume zwischen den Zähnen.“ Daraus entstand die Idee, ein „vollständiges Zahnsystem“ anzubieten, das mit einer nicht schäumenden Zahnpasta (entsprechend konzipiert, damit die Kamera nicht beschlämt wird) und einer speziellen Mundspüllösung kombiniert wird.

Tut nichts, denn der Preis ist hoch. Die gute Nachricht lautet: Wer nicht 479 Euro ausgeben möchte, kann auch ohne Dyson CameraJet leben – vielleicht mit Zahnseide und Mundspüllösung. Wie in alten Zeiten. Dazu berichtet der Guardian von Eddie Crouch, Präsident der British Dental Association: „Hochpreisige Produkte großer Marken – so betont Crouch – ersetzen keine ordentliche Mundhygiene-Routine“.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.