Beim Stopp von Schengen setzt die Regierung ihren Kurs fort. Die Regierung hat der Europäischen Union die Verlängerung der Grenzkontrollen an den Land- und Seegrenzen zu Spanien um weitere 15 Tage mitgeteilt.
Die Entscheidung, so das Innenministerium, sei im Einklang mit der Analyse des Komitees zur Migration und Sicherheit an den Grenzen getroffen worden, aufgrund der fortbestehenden Bewertungsgrundlagen, die der Wiedereinführung am letzten 1. August zugrunde lagen. Zugleich wurde aber auch auf die bereits von Spanien in Zusammenarbeit mit der EU eingeleiteten Initiativen Rücksicht genommen, damit sich die Lage in diesem Gebiet bald normalisieren kann. Die Kontrollen waren bekanntlich nach der Migrationskrise in Ceuta eingeführt worden, bei der in wenigen Stunden rund 70.000 bis 80.000 Menschen strömten. Die Grundlagen für die Verlängerung wurden dem Innenminister, Matteo Piantedosi, in einem konstruktiven Telefongespräch mit seinem spanischen Amtskollegen Fernando Grande-Marlaska erläutert.
Die Worte Piantedosi
„Die Verlängerung der 15 Tage der Suspendierung des Schengen-Abkommens mit Spanien war notwendig“, kommentierte Innenminister Matteo Piantedosi.
„Es ist eine Entscheidung – fügte er hinzu –, die darauf beruht, dass es eine Analyse der Experten aus dem Komitee für Analysen zur Sicherheit der Grenzregionen gibt. Wir haben beschlossen, sie auf 15 Tage zu begrenzen, weil einerseits die Analyse der Spezialisten Gründe liefert, diese Maßnahme zu rechtfertigen, andererseits aber auch die Anstrengungen der spanischen Regierung zusammen mit der EU anerkannt werden, um die entstandene Situation angemessen zu überwinden.“
Madrid reagiert mit 15 Tagen weiterer Blockade
Kurz darauf folgte der Schritt der sozialistischen Regierung Madrids. Das spanische Innenministerium teilte der Agentur Adnkronos mit, dass die Kontrollen an den Grenzen für Reisende, die Spanien auf dem See- oder Luftweg von Italien aus erreichen, um weitere 15 Tage verlängert werden. „Diese Kontrollen – so wurde erläutert – waren am 8. August eingeführt worden, zunächst für einen Monat.“ Nach den Daten des spanischen Innenministeriums vom 22. August fanden bis 13:00 Uhr am Samstag, dem 22. August, 7.696 Personen, die in Spanien ankamen, den Hinweis, ihre Dokumente vorzuzeigen. Insgesamt wurden 696 Flüge kontrolliert und 1.144 Ordnungskräfte aus Spanien waren an dieser Maßnahme beteiligt.
In Ceuta weiterhin rund 5.000 Migranten und eine höchst angespannte Lage
Unterdessen bleibt die Situation in Ceuta heikel. Nach Angaben des spanischen Ministerpräsidenten Pedro Sánchez verbleiben in der Enklave rund 5.000 Migranten, davon etwa 1.200 Minderjährige.
„Die Zusammenarbeit mit Marokko erweist sich als ausgesprochen positiv“, betonte Sánchez und fügte hinzu, dass „in Kürze eine ausreichende Kapazität vorhanden sein wird, um die Migranten aufzunehmen, die in den spanischen Territorien in Nordafrika verblieben sind“. In Ceuta herrscht weiterhin eine angespannte Atmosphäre. Vor einigen Tagen zündete eine Gruppe Demonstranten Zelte von Migranten am Strand von Benítez an und versuchte, die Lastwagen der Roten Kreuze zu blockieren, die Migranten mit Nahrung und Wasser versorgen.
In den vergangenen Stunden wurden zudem vier marokkanische Staatsangehörige festgenommen, weil sie Steine auf spanische Soldaten geworfen hatten, die eine Patrouille am Ufer der Stadt durchführten. Weiterhin: Am vergangenen Donnerstag wurde ein Soldat verletzt, nachdem ein Militärfahrzeug von rund 70 Migranten mit Steinen getroffen wurde. Zwölf marokkanische Staatsbürger wurden festgenommen und laut lokaler Presse danach elf von ihnen in das Marokko abgeschoben. Diese Vorfälle zeigen deutlich, dass die Lage weit entfernt von Normalität bleibt.
Sánchez ruft zu Solidarität (und zitiert Lampedusa)
In einem Interview mit Cadena Ser rief Sánchez zur „europäischen Solidarität“ auf, um die Migrationskrise in Ceuta zu bewältigen. Er erinnerte daran, dass Spanien „in Lampedusa präsent war, um Migranten zu empfangen“. „Europa – erklärte der spanische Premier – muss Solidarität gegenüber Lampedusa, Grönland, Ceuta und den Kanarischen Inseln zeigen“.
Sánchez betonte zudem, dass „wir die Solidarität der Länder Mitteleuropas und Nordeuropas benötigen. Warum geschieht dies nicht im Fall Spaniens? Vielleicht, weil wir eine fortschrittliche Koalitionsregierung haben? Vielleicht aufgrund unserer Haltung zu Gaza oder anderen Fragen?“