Es entsteht ein neuer globaler Gigant im Glücksspiel. Lottomatica hat die Übernahme des spanischen Cirsa-Unternehmens angekündigt, das in derselben Branche tätig ist und rund 15.000 Mitarbeitende sowie Hunderte von Spielsalons zählt, die überwiegend in Spanien und Lateinamerika verteilt sind.
Die Fusion
In der gestrigen Sitzung haben die jeweiligen Verwaltungsräte beider Unternehmen eine Einigung über Struktur und die wesentlichen Bedingungen einer möglichen Fusion erzielt. Die Vereinbarung sieht vor, dass das spanische Unternehmen in Lottomatica eingegliedert wird, das als eigenständige juristische Einheit nicht weiterbestehen wird, ohne dass ein Liquidationsverfahren eingeleitet wird. Die Cirsa-Aktionäre erhalten neue Lottomatica-Aktien aus einer Neuausgabe im Austausch gegen die Anteile, die sie an dem spanischen Unternehmen halten.
„Entsteht ein global führender Betreiber“
Beide Unternehmen verzeichnen laut El País in ihren jüngsten Jahresabschlüssen einen Umsatz von jeweils über 2,2 Milliarden Euro und streben einen kombinierten Bruttoertrag von mehr als 2 Milliarden Euro an. Der potenzielle Markt für das kombinierte Geschäft beläuft sich auf rund 34 Milliarden Euro. „Neben Italien und Spanien – erklärt die spanische Zeitung – wird die neue Lottomatica (dieser Name bleibt erhalten) den Zugang zu Panama, Kolumbien, Mexiko, Peru, Portugal und Marokko sowie zur Dominikanischen Republik, Costa Rica und Paraguay erheblich ausbauen.“
Die Vereinbarung, so heißt es in einer Mitteilung der Unternehmen, werde zu einem global führenden Betreiber im Bereich Sportwetten und Gaming führen, mit führenden Positionen in Italien und Spanien sowie einem bedeutenden Engagement in weiteren Märkten mit starkem Wachstumspotenzial. Das neue Unternehmen strebt an, der zweitgrößte börsennotierte Betreiber weltweit im Gaming- und Sportwetten-Sektor zu werden.
Was passiert finanziell
In finanzieller Hinsicht und bezüglich der Vergütung wird ein insgesamt solides Wachstum sowie Ausschüttungen an die Aktionäre im Einklang mit dem Standalone-Szenario von Lottomatica erwartet.
Die Cirsa-Aktionäre erhalten im Austausch für ihre bestehenden Cirsa-Aktien 0,668 neue Lottomatica-Aktien pro Cirsa-Aktie. Nach dem angegebenen Tauschverhältnis würden die Aktien, die 100% des derzeitigen Cirsa-Stammkapitals repräsentieren, nach Abschluss der Fusion rund 32,5% des Lottomatica-Stammkapitals ausmachen.
Zusätzlich erhalten die Cirsa-Aktionäre vor dem Tausch eine außerordentliche Dividende von 1,56 Euro pro Aktie in bar, insgesamt 262 Millionen Euro. Blackstone, derzeit größter Cirsa-Aktionär mit 74%, hat sich verpflichtet, mindestens drei Monate im neuen Konzern zu verbleiben und dabei eine Beteiligung von 24% zu halten.