Italienische Touristinnen vor der Startbahn überfahren – eine schwer verletzt

30. August 2026

| Lukas Steinberger

Ein Urlaub, der sich in wenigen Sekunden in einen schweren Zwischenfall verwandelte. Eine 52-jährige italienische Touristinin wurde auf Skiathos, Griechenland, ernst verletzt, nachdem sie von dem enormen Luftstrom eines startenden Flugzeugs zu Boden gerissen worden war.

Der Vorfall ereignete sich gegen 13:15 Uhr am Montag, dem 10. August, in der Nähe des Alexandros Papadiamantis Airports, der sich über die Jahre zu einem nahezu touristischen Anziehungspunkt für Flugzeugfans entwickelt hat. Die Piste endet nur wenige Meter von einem öffentlich zugänglichen Bereich, in dem sich viele Menschen versammeln, um Starts und Landungen aus nächster Nähe zu fotografieren.

Eine spektakuläre Praxis, aber keineswegs frei von Risiken. Nach Angaben des griechischen Staatssenders ERT befand sich die 52-Jährige in der Nähe der Startbahn, als ein Flugzeug abheben wollte. Der starke Luftstrom, der sogenannte Jet Blast, riss sie aus dem Gleichgewicht und schleuderte sie heftig auf den Asphalt.

Die Frau erlitt eine Kopfverletzung. Unverzüglich wurden Rettungskräfte alarmiert, die sie ins Gesundheitszentrum von Skiathos brachten, wo eine CT-Untersuchung durchgeführt wurde. Die Schwere der Verletzung machte eine Überführung von der kleinen Insel aufs Festland notwendig. Die Touristin wurde mit dem Hubschrauber transportiert und zunächst ins Krankenhaus Volos gebracht, später dann in die Universitätsklinik von Larissa, einer Einrichtung, die über die nötigen Spezialabteilungen für komplexe neurochirurgische Traumata verfügt.

Nach griechischen Informationen, die im Laufe des Tages nach dem Vorfall bekannt wurden, zeigten die Untersuchungen eine Subarachnoidalblutung sowie zwei Schädelbrüche. Am 11. August befand sich die Frau in einem ernsten, aber stabilen Zustand: Sie war ansprechbar und nicht intubiert. Mit ihr befand sich außerdem eine weitere italienische Touristin, die an demselben Vorfall beteiligt war, jedoch laut ersten Berichten keine gravierenden Folgen erlitten hatte.

Warum alle die Flugzeuge auf Skiathos sehen wollen

Der Flughafen von Skiathos hat sich genau durch die außergewöhnliche Nähe der Start- und Landebahnen zu den Bereichen, die von Touristen frequentiert werden, einen Namen gemacht. Die Maschinen, die landen, fliegen sehr niedrig über die Menschen hinweg, während Startvorgänge einen enormen Jet-Blast erzeugen, der sich nach außen außerhalb der Piste richtet.

Ein solches Phänomen ist so bekannt, dass die offizielle griechische Luftfahrtdokumentation ausdrücklich einen starken Jet-Blast in der Gegend des Xanemos-Strandes nördlich des Flughafens vermerkt.

Trotz Absperrungen und Warnschildern nähern sich in den Sommermonaten zahlreiche Touristen der Zone, um die Flugzeuge mit Smartphones und Kameras aus nächster Nähe zu filmen. Die Aufnahmen der Starts von Skiathos sind im Laufe der Jahre in den sozialen Netzwerken zu viralen Phänomenen geworden und ziehen immer mehr Neugierige an.

Der Luftstrahl eines Turbinentriebwerks ist jedoch kein harmloses Windhauch: aus nächster Nähe kann er eine Person aus dem Gleichgewicht bringen, Gegenstände heben und zu äußerst heftigen Stürzen führen.

Eine weitere Italienerin drei Tage später

Der Fall der 52-Jährigen war nicht der einzige. Drei Tage später, am 13. August, zog eine weitere italienische Touristin, etwa 50 Jahre alt, praktisch dieselbe Zone auf. Auch sie soll vom Luftstrom eines sich zum Start vorbereitenden Flugzeugs getroffen worden sein. Sie stürzte und zog sich eine schwere Fraktur am Arm zu und wurde ins Gesundheitszentrum von Skiathos gebracht, wo sie medizinisch betreut und untersucht wurde.

Zwei Vorfälle innerhalb weniger Tage haben Griechenland erneut in eine Diskussion über die Sicherheit eines der bekanntesten Orte zum Plane-Spotting in Europa gebracht. Die Behörden prüfen die Umstände der Ereignisse, während die Warnhinweise bereits deutlich bleiben: Sich der Pistenöffnung zu nähern, um die Kraft der Startmotoren zu spüren, kann aus einem fotogenen Spektakel in Sekunden zu einem schweren Unfall werden.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.