Deutschland setzt auf Halbleiter. Die EU-Kommission hat heute den Beginn der Auszahlung von Staatshilfen in Höhe von 659 Millionen Euro genehmigt, die der Realisierung von vier Anlagen zugutekommen werden, die im Bereich der Halbleiter tätig sein sollen. Es geht dabei insbesondere um Chips, die in Elektrofahrzeugen, Photovoltaik-Modulen, Stromnetzen und in der industriellen Sensorik eingesetzt werden. Berlin will seine traditionsreiche Industrie, insbesondere die Automobilwirtschaft, schützen und sich gegen die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten absichern.
Die Hilfen sollen laut der EU-Exekutive dazu beitragen, die Position und die Unabhängigkeit der EU in der Wertschöpfungskette der Halbleiter zu stärken, indem der Bau innovativer Anlagen unterstützt wird – im Einklang mit den Zielen der Kommission in der Mitteilung „A Chips Act for Europe“ und den politischen Leitlinien der Kommission bis 2029.
Die geförderten Anlagen
Im Detail wird Deutschland 353 Millionen Euro an das KMU Element 3-5 für eine Anlage in Baesweiler, Nordrhein-Westfalen, fließen lassen, zur Herstellung epitaktischer Siliziumkarbid-Wafer.
214 Millionen Euro gehen an Vishay Siliconix Itzehoe für eine Anlage in Itzehoe, Schleswig-Holstein, zur Produktion von Silizium-Leistung-MOSFETs im N- und P-Kanal.
Weitere 74,4 Millionen Euro gehen an Kla-Tencor Mie für eine Anlage in Weilburg, Hessen, zur Herstellung fortschrittlicher Overlay-Ausrüstung.
Schließlich 17,9 Millionen Euro gehen an Ketek für eine Anlage in München, Bayern, zur Herstellung zweier hochspezialisierter Chips. Alle vier Maßnahmen werden gemeinschaftlich aus dem Bundeshaushalt und den jeweiligen Bundesländern finanziert.