Deutschland investiert in Mikrochips: EU stellt 659 Mio. Euro bereit, um Abhängigkeit von Asien zu senken

18. Juli 2026

| Lukas Steinberger

Deutschland setzt auf Halbleiter. Die EU-Kommission hat heute den Beginn der Auszahlung von Staatshilfen in Höhe von 659 Millionen Euro genehmigt, die der Realisierung von vier Anlagen zugutekommen werden, die im Bereich der Halbleiter tätig sein sollen. Es geht dabei insbesondere um Chips, die in Elektrofahrzeugen, Photovoltaik-Modulen, Stromnetzen und in der industriellen Sensorik eingesetzt werden. Berlin will seine traditionsreiche Industrie, insbesondere die Automobilwirtschaft, schützen und sich gegen die Abhängigkeit von asiatischen Lieferketten absichern.

Die Hilfen sollen laut der EU-Exekutive dazu beitragen, die Position und die Unabhängigkeit der EU in der Wertschöpfungskette der Halbleiter zu stärken, indem der Bau innovativer Anlagen unterstützt wird – im Einklang mit den Zielen der Kommission in der Mitteilung „A Chips Act for Europe“ und den politischen Leitlinien der Kommission bis 2029.

Die geförderten Anlagen

Im Detail wird Deutschland 353 Millionen Euro an das KMU Element 3-5 für eine Anlage in Baesweiler, Nordrhein-Westfalen, fließen lassen, zur Herstellung epitaktischer Siliziumkarbid-Wafer.

214 Millionen Euro gehen an Vishay Siliconix Itzehoe für eine Anlage in Itzehoe, Schleswig-Holstein, zur Produktion von Silizium-Leistung-MOSFETs im N- und P-Kanal.

Weitere 74,4 Millionen Euro gehen an Kla-Tencor Mie für eine Anlage in Weilburg, Hessen, zur Herstellung fortschrittlicher Overlay-Ausrüstung.

Schließlich 17,9 Millionen Euro gehen an Ketek für eine Anlage in München, Bayern, zur Herstellung zweier hochspezialisierter Chips. Alle vier Maßnahmen werden gemeinschaftlich aus dem Bundeshaushalt und den jeweiligen Bundesländern finanziert.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.