Das Europäische Parlament hat eine Mitteilung angenommen, die Maßnahmen enthält, die die Abgeordneten als grundlegend ansehen, um die Wohnungsnot zu überwinden. Das Dokument wurde von dem speziell eingerichteten Ausschuss verfasst, der sich eigens mit der Thematik beschäftigt hat, und schlägt Empfehlungen zu Politiken vor, um den Mangel an bezahlbarem Wohnraum in der EU anzugehen.
„Das Problem für Millionen und Millionen Europäer ist, dass sie keine Wohnungen finden, die sie sich leisten können – weder zum Kauf noch zur Miete“, sagte Irene Tinagli, Abgeordnete der Demokratischen Partei Italiens (PD) und Vorsitzende des Housing-Ausschusses, bei einer Pressekonferenz am Rande der Plenarsitzung nach der Abstimmung.
Wohnungspreise steigen um 60% und Mieten um 20%: Die Wohnungsnot, die Europa fest im Griff hat
Der Text betont vor allem die Notwendigkeit, das Angebot an Wohnraum zu erhöhen, indem neue Bauvorhaben gefördert und die Renovierung bestehender Gebäude vorangetrieben wird. Er schlägt außerdem steuerliche Maßnahmen und weniger Bürokratie vor, zum Beispiel Anreize und Abbau steuerlicher Hürden, um den Zugang zu Wohnraum zu erleichtern und langfristige Mietverträge attraktiver zu machen. Zu den weiteren Hinweisen gehören eine stärkere Nutzung europäischer Fonds für erschwingliches Bauen, die Wiederverwendung öffentlicher Gebäude oder ungenutzter Flächen sowie eine stärkere Rolle von Städten und lokalen Behörden in der Wohnungspolitik.
Grüne und die radikale Linke haben den Bericht jedoch kritisiert, weil sie der Ansicht sind, dass er zu stark auf Marktanreize und Steuersenkungen setzt, ohne stärkere Maßnahmen zur Regulierung von Mieten oder dem Immobiliensektor einzuführen. Im Bericht wird auch das Thema Kurzzeitvermietungen angesprochen, die„insbesondere in metropolitanen und stark touristischen Gebieten Probleme bei der Verfügbarkeit von Wohnraum für Wohnzwecke geschaffen haben“, so Tinagli.
„Wir versuchen herauszufinden, ob wir nicht eine allgemeine Regel für alle haben können, was unmöglich wäre, sondern zumindest etwas Klarheit schaffen, einen Rechtsrahmen, der es regionalen und lokalen Verwaltungen ermöglicht, angemessen zu handeln“, schloss die EU-Abgeordnete.