In Dänemark werden am 24. März vorgezogene Wahlen stattfinden. „Ich habe dem König Frederik X vorgeschlagen, Parlamentswahlen anzusetzen„, kündigte Ministerpräsidentin Mette Frederiksen an. Die Abstimmung erfolgt einige Monate vor dem regulären Endtermin der Legislatur, der am 31. Oktober vorgesehen ist. Nach Ansicht vieler Analysten beabsichtigt die Regierungschefin, die positiven Umfragewerte zu nutzen, die sie gegenüber der Opposition an der Spitze sehen. Ein Comeback, bei dem Donald Trump und seine Obsession mit Grönland, einer autonomen Region Dänemarks, eine entscheidende Rolle gespielt haben.
Vom schwersten Debakel zum Comeback
Ein Szenario, das sich innerhalb weniger Monate grundlegend wandte. Im November 2025 sah sich Frederiksen mit einer der schwersten Niederlagen ihrer Partei, der Sozialdemokratischen Partei, konfrontiert. Bei den Kommunal- und Regionalwahlen verloren sie in 87 von 98 Wahlkreisen an Stimmenanteilen. Unter ihnen war auch die Hauptstadt Kopenhagen: Dort werden sie erstmals seit 1903 nicht mehr regieren und den Bürgermeister nicht mehr stellen, seitdem das aktuelle Verwaltungssystem 1938 eingeführt wurde. Im November war die Partei von 28,4 Prozent im Jahr 2021 auf 23,2 Prozent gefallen, ein Rückgang, von dem andere linke Gruppierungen profitiert hatten, darunter die Sozialistische Volkspartei.
In ihrem Umfeld wird Frederiksen dafür kritisiert, dass es ihr nicht gelungen ist, die Wohnungsnot im Land in den Griff zu bekommen. Ein weiteres stark diskutiertes Thema betrifft die Sicherheit. Ende Januar kündigte die Ministerpräsidentin eine Reform an, die die Abschiebung von Ausländern vorsieht, die wegen schwerer Straftaten zu mindestens einem Jahr Gefängnis verurteilt wurden.
Doch die neuen Drohungen und Druckmittel von Donald Trump haben alles verändert, zumindest was die Umfragen betrifft. Laut Erhebungen hätten die Sozialdemokraten in den vergangenen Wochen mehrere Prozentpunkte hinzugewonnen, gerade dank Frederiksen’ kompromissloser Haltung gegenüber dem Tycoon, ungeachtet der Zugeständnisse und der höheren Investitionen auf der Arktisinsel Grönland.
Die Ministerpräsidentin wolle diesen Vorteil, der ihr durch ihre Außenpolitik verschafft wurde, weiter nutzen. Falls die Prognosen zutreffen, werde sich das Spiel auf das Parlament verlagern. Frederiksen würde eine relative Mehrheit gewinnen, doch bräuchte sie die anderen linken Parteien, um eine stabile Regierung zu bilden.