Spanien beruft die Botschafterin in Israel formell zurück

19. März 2026

| Lukas Steinberger

Die spanische Regierung hat beschlossen, die Botschafterin in Israel, Ana Salomon, formell abzuberufen, in einer Phase starker diplomatischer Spannungen zwischen Madrid und Tel Aviv. Die Maßnahme, im Amtlichen Staatsblatt veröffentlicht, wurde auf Vorschlag des Außenministers José Manuel Albares getroffen und vom Ministerrat genehmigt. Das Dekret wurde vom spanischen König Felipe VI. unterzeichnet und enthält einen formellen Dank an die Diplomatin für ihre Dienste.

Eine monatelange Zerreißprobe

Salomon bekleidete das Amt der Botschafterin in Israel seit 2021, war aber seit Monaten nicht mehr in Tel Aviv operativ tätig. Die Diplomatin war tatsächlich am 9. September 2025 nach Madrid zu Konsultationen einberufen worden, mitten in der diplomatischen Krise zwischen der von Pedro Sánchez geführten spanischen Regierung und der israelischen Regierung von Benjamin Netanjahu. Seitdem war sie nicht mehr in der diplomatischen Residenz zurückgekehrt.

Die Trennung zwischen den beiden Staaten hatte sich in den vergangenen Jahren schrittweise vertieft, insbesondere nach Spaniens offizieller Anerkennung des Staates Palästina im Jahr 2024. Dieser Schritt löste eine harte Reaktion der israelischen Regierung aus und führte zu einer sofortigen Abkühlung der bilateralen Beziehungen.

Der Schlagabtausch zwischen Spanien und Israel

Die Spannungen hatten sich 2025 weiter verschärft, als Tel Aviv der spanischen Regierung feindselige Positionen gegenüber Israel im Kontext des Gaza-Krieges vorwarf. Als Reaktion auf die Kritik aus Madrid hatte die Regierung Netanjahus Maßnahmen gegen einige spanische Politiker ergriffen, darunter Vizepremierin Yolanda Díaz und Ministerin Sira Rego, denen Einreise in das Land verboten wurde.

Seit diesem Zeitpunkt sind die diplomatischen Beziehungen zwischen Spanien und Israel auf dem Minimalniveau der Repräsentanz eingefroren. Die spanische Botschafterin kehrte nicht nach Israel zurück, und auch Israel hat keinen Botschafter mehr in Madrid; die diplomatische Mission wird von einem Geschäftsträger geleitet.

Diese formelle Abberufung Salomons durch die spanische Regierung kommt nun in einem international noch heikleren Umfeld, geprägt von regionalen Spannungen und dem Krieg gegen den Iran, an dem Israel und die Vereinigten Staaten beteiligt sind. Mit diesem Schritt schließt Madrid de facto das Kapitel der derzeitigen diplomatischen Vertretung und ebnet den Weg für eine mögliche Ernennung eines neuen Botschafters.

Es bleibt jedoch abzuwarten, ob die Regierung Sánchez eine vollständige diplomatische Vertretung in Israel wiederherstellen wird oder ob sie vorerst ein niedrigeres Beziehungsniveau beibehalten wird, in Erwartung einer Entspannung der politischen Spannungen zwischen den beiden Regierungen.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.