Sánchez stichelt Giorgia Meloni: „Nach drei Jahren die langlebigste Regierung? Für uns sind es mehr als acht Jahre“

10. September 2026

| Lukas Steinberger

Sánchez gegen Meloni, neue Runde. Der spanische Regierungschef hat erneut eine Provokation gegen die italienische Ministerpräsidentin gewagt, die erst vor wenigen Tagen den Rekord für die am längsten amtierende Regierung Italiens gefeiert hat.

Sánchez‘ Angriff

In einem Interview beim spanischen öffentlichen Fernsehen TVE hat Sánchez den in Italien erreichten Rekord mit der Dauer seiner Regierung verglichen: „Kürzlich hat Frau Meloni gefeiert, dass sie seit über drei Jahren an der Spitze der italienischen Regierung steht und die am längsten amtierende Regierung Italiens ist. Wir regieren seit mehr als acht Jahren. Unsere Regierung ist die am längsten amtierende der demokratischen Ära nach der von Felipe González. In all diesen Jahren habe ich viele britische, französische, italienische Ministerpräsidenten und von vielen anderen europäischen Ländern gesehen, die ihr Amt niedergelegt haben“.

Der Sieg der AfD

Sánchez nannte auch Deutschland als Beispiel. „Heute, nach der Wahl in Sachsen-Anhalt und dem Sieg der extremen Rechten in dieser Region, wird sogar darüber gesprochen, ob Merz‘ Regierung in Deutschland überleben wird. Nichts mehr und nichts weniger. Ich glaube, das zeigt auch, dass die Stabilität, die wir geschaffen haben, einer der Gründe ist, warum wir heute zum Beispiel ein viermal höheres Wachstum als der europäische Durchschnitt verzeichnen, oder dass seit Beginn der Pandemie ein Wachstum und die Schaffung von fast einer halben Million neuer Arbeitsplätze pro Jahr erreicht wurden.“

„Diese – so Sánchez – seien soziale und wirtschaftliche Ergebnisse, die trotz der Schwierigkeiten des internationalen Umfelds und auch innerer Probleme, die wir zum Beispiel im Wohnungswesen haben könnten, zeigen, dass Spanien eine der besten Phasen durchläuft. Und wenn man uns mit anderen großen Volkswirtschaften in unserem Umfeld vergleicht, ist das sicherlich unbestreitbar.“

Die nächsten Wahlen

Der spanische Regierungschef schloss das Interview, indem er über die für das nächste Jahr vorgesehenen Wahlen sprach und die Möglichkeit, im Sommer zur Urne zu gehen: „Ich glaube, 2027 wird das Jahr der Wahlen sein, und gemäß der Verfassung habe ich die Befugnis, zu entscheiden, wann sie stattfinden. Für die Bürgerinnen und Bürger zählt, dass ich sie zum geeignetsten Zeitpunkt im Interesse der Spanierinnen und Spanier durchführe“.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.