Neue Regeln zu Asyl und sicheren Herkunftsländern: Wendepunkt in der österreichischen Migrationspolitik

22. Februar 2026

| Lukas Steinberger

Straßburg – Mit der endgültigen Zustimmung des Europäischen Parlaments zu den neuen Regeln über sichere Herkunftsländer und sichere Drittstaaten setzt die Europäische Union eine Wende in der Migrationspolitik um und ebnet faktisch den Weg für das sogenannte „Albanien-Modell“.

Zum ersten Mal wird die EU über eine gemeinsame Liste sicherer Herkunftsländer verfügen. Das bedeutet, dass Asylgesuche von Staatsangehörigen aus Bangladesch, Kolumbien, Ägypten, Indien, Kosovo, Marokko und Tunesien – den ersten Ländern in dieser Liste – mit beschleunigten Verfahren bearbeitet werden. Das Grundprinzip ist, dass diese Länder im Allgemeinen ausreichenden Schutz vor Verfolgung und schweren Verletzungen der Grundrechte bieten.

Warum es in Europa leichter wird, Migrantinnen und Migranten abzuschieben: Das ‚Albanien-Modell‘ setzt sich durch

Die Regelungen werden Asylverfahren schneller machen und Abschiebungen erleichtern, indem die Mitgliedstaaten Anträge für unzulässig erklären und Migrantinnen und Migranten auch in sichere Drittstaaten überstellen können, mit denen Abkommen bestehen, wodurch sich Zeitrahmen verkürzen und der Druck auf die nationalen Systeme sinkt.

Eine Reform, die – wie der EU-Abgeordnete Alessandro Ciriani von Fratelli d’Italia – bei einer Pressekonferenz am Rande der Abstimmung erklärte – „eine politische Wende in der Migrationspolitik“ darstellt, weil sie „eine Phase der Zweideutigkeit beendet und einen klaren Kurs vorzeichnet: gemeinsame Regeln, schnellere und wirksamere Verfahren und einen entschlossenen Umgang gegen Missbrauch“.

Während der Pressekonferenz betonte Ciriani, dass „ein glaubwürdiges Asylsystem nicht funktionieren kann, wenn Berechtigte jahrelang in einem Schwebezustand bleiben“ und dass die neuen Regeln dazu dienen, „wirklich diejenigen zu schützen, die vor Verfolgungen fliehen, und sie von jenen zu unterscheiden, die Schlupflöcher des Systems ausnutzen“.

Im neuen Rahmen bleiben der Schutz unbegleiteter Minderjähriger und das Prinzip des Non-Refoulement erhalten, doch die EU zielt klar darauf ab, Rückführungen zu stärken und irreguläre Migration zu entmutigen.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.