Der 9. März 2026 ist ein historischer Tag für Kroatien: Nach 18 Jahren seit der Abschaffung der allgemeinen Wehrpflicht traten Hunderte von Rekruten in drei Kasernen des Landes ein, um die Grundausbildung zu absolvieren. So sieht es das im Oktober vom Parlament verabschiedete Gesetz vor, das den Wehrdienst nach der Abschaffung im Jahr 2008 wieder eingeführt hat, ein Jahr bevor das Land der NATO beigetreten ist.
Was ist vorgesehen
Der kroatische Wehrdienst sieht zwei Monate Ausbildung für alle Jugendlichen vor, die das 19. Lebensjahr vollenden, doch auch Männer bis zu 30 Jahren können einberufen werden. Für Männer ist die Wehrpflicht obligatorisch, auch wenn die kroatische Verfassung den Bürgern das Recht auf Gewissensfreiheit gewährt. Wer davon Gebrauch macht, kann zwischen drei Monaten Ausbildung im nationalen Zivilschutz oder vier Monaten Tätigkeit in lokalen oder regionalen Einrichtungen wählen. Alles unbezahlt.
Wer hingegen die zwei Monate Grundausbildung absolviert, erhält eine monatliche Vergütung von 2.200 Euro. Der Dienst wird auch als Beschäftigungszeit angerechnet. Frauen sind von der Wehrpflicht befreit, können aber freiwillig teilnehmen. Beim ersten Ausbildungsdurchgang meldeten sich 800 Teilnehmende, von denen die Hälfte freiwillig einrückte. Unter ihnen befanden sich auch 82 Frauen. Die Jugendlichen wurden den militärischen Einrichtungen in Knin, Slunj und Požega zugewiesen. Nach Abschluss der Ausbildung verbleiben die Jugendlichen bis zum Alter von 55 Jahren in den Reservelisten der Armee.
Die Regierung von Andrej Plenković zielt darauf ab, jährlich 4.000 Rekruten in mehreren Durchgängen auszubilden. Die Jugendlichen lernen den Umgang mit persönlichen Waffen und moderner Ausrüstung, einschließlich Drohnen, und erwerben Kenntnisse in Erster Hilfe und Selbstverteidigung. Die jährlichen Kosten belaufen sich auf rund 23,7 Millionen Euro.
Warum wurde die Wehrpflicht wieder eingeführt
Die konservative Regierung unter Führung von Andrej Plenković hat beschlossen, den verpflichtenden Wehrdienst wieder einzuführen, um auf nicht näher bezeichnete hybriden Bedrohungen zu reagieren. Ereignisse, die Verteidigungsminister Ivan Anuši als „zunehmend“ bezeichnet. Der Wehrdienst wurde durch eine Parlamentsentscheidung im Oktober 2025 wieder eingeführt.