Russland unter Wladimir Putin führt seine Geschäfte mit den Ländern der Europäischen Union fort und finanziert damit den Krieg in der Ukraine. Als Tauschgut dient LNG, verflüssigtes Erdgas. Allerdings sind die Einnahmen aus fossilen Brennstoffen – Gas und Öl – seit Beginn des Krieges in der Ukraine auf dem Tiefstand. Dennoch wirken die Sanktionen zu milde. Die neueste Aktualisierung kommt vom CREA, dem Zentrum für Internationale Energie- und saubere-Luft-Forschung.
Aus dem Export fossiler Brennstoffe 489 Mio. pro Tag: Negativrekord
Im November 2025 sanken die Einnahmen Russlands aus dem Export fossiler Brennstoffe auf 489 Millionen Euro pro Tag, minus 1 Prozent gegenüber Oktober und der niedrigste Stand seit der Invasion in der Ukraine. Die Zahl bleibt jedoch nicht rein negativ stehen: Die exportierten Volumen stiegen um 3 Prozent, ein Signal, dass Russland laut CREA möglicherweise weitere Preisnachlässe zugunsten der Verkaufsvolumina durchsetzen könnte.
Wie verkauft Russland Rohöl? Die „Schattenflotte“ bleibt zentral: CREA schätzt, dass im November 65% des russischen Öls von sanktionierten Schatten-Tankern transportiert wurde. Allein in der EU wurden 126 Millionen Euro russisches Öl durch Ship-to-Ship-Transaktionen transferiert, 22 Prozent mehr als im Vormonat.
Wer kauft russisches Öl: Die Bedeutung Chinas
China ist der erste globale Abnehmer unter den fünf größten Importeuren, die CREA betrachtet, und macht 45% der russischen Einnahmen aus (5,4 Milliarden Euro), wobei das Rohöl für 3,1 Milliarden Euro verkauft wird. Der Bericht weist jedoch auch auf eine Kursänderung hin: Die chinesischen Meeresimporte von Rohöl aus Russland sanken gegenüber dem Vormonat um 18%, obwohl die Gesamtimporte stabil blieben.
Wer finanziert Putins Krieg in der Ukraine
Die verlorenen Volumina wurden vor allem durch steigende Lieferungen aus Saudi-Arabien und Oman kompensiert.
Indien verzeichnete derweil einen Anstieg der russischen Rohöleinführungen um 4% (Höchstwert in fünf Monaten), mit einer internen Besonderheit: leichte Reduzierung privater Raffinerien und +22% der staatlichen Raffinerien.
Russisches LNG fließt weiterhin nach Europa: +906 Mio. in einem Monat
In der EU zahlten laut CREA fünf Länder zusammen 906 Millionen Euro, um russische fossile Lieferungen zu erhalten. Das Erdgas, das der Bericht als nicht von der EU sanktioniert bezeichnet, macht 82% dieser Summe aus und kommt vor allem über Pipelines und LNG-Tanker, die LNG transportieren.
Die fünf größten Importeure sind:
- Ungarn: 312 Millionen (96 Millionen Rohöl, 216 Millionen via Gasleitung);
- Frankreich: 241 Millionen, alle in LNG. Der Bericht zitiert außerdem eine Studie, wonach ein Teil des LNG, das über das Terminal von Dunkerque eingeführt wird, anschließend nach Deutschland geliefert wird;
- Belgien: 150 Millionen, alle in LNG;
- Slowakei: 113 Millionen (60% Rohöl via Druzhba; 45 Millionen via Gasleitung);
- Spanien: 90 Millionen, alle in LNG, mit einer auffälligen Feststellung: während der gesamte LNG-Import Spaniens um 23% sinkt, verdoppeln sich die russischen Mengen praktisch, während die Mengen aus den USA sich halbieren.

Die milderen Sanktionen
In den Simulationen des Forschungszentrums zeigen sich, dass ein Preisdeckel um 30 Dollar pro Barrel niedriger als der festgelegte die russischen Einnahmen aus Öl-Exporten um 39% senken würde, was rund 162 Milliarden Euro weniger bedeuten würde seit dem Start der EU-Sanktionen im Dezember 2022 bis Ende November 2025. Allein im November 2025 würde der geschätzte Effekt bei minus 33% liegen.
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Die CREA-Forscherinnen und Forscher argumentieren, dass zur weiteren Reduzierung der russischen Einnahmen auch bei den fossilen Brennstoffen angesetzt werden müsse, die in der EU weiterhin legal gekauft werden können, wie LNG und Erdgas über Gasleitungen.