In einer Rede in Zaragoza vor den bevorstehenden Wahlen in Aragon hat die EU-Abgeordnete und politische Generalsekretärin von Podemos, Irene Montero, gewissermaßen provokativ die sogenannten ‚Ersetzungstheorie‘ verteidigt, indem sie das Publikum mit scharfen Worten aufrüttelte: Ihnen zufolge würde die Gewährung des Wahlrechts für Migranten den Spaniern die Möglichkeit geben, sich von ‚Faschisten, Rassisten und Parasiten‘ zu befreien.
Das Video der Kundgebung wurde von vielen Nutzern und Accounts in der nationalistischer und rechter Szenerie in den Sozialen Medien erneut verbreitet. Es ist nicht schwer vorstellbar, warum. Die Worte der EU-Abgeordneten klingen in gewisser Weise wie eine Bestätigung der Angst – die bei einem Teil der Wählerinnen und Wähler sehr präsent ist – dass Migration die westlichen Gesellschaften und dieselben politischen Dynamiken tiefgreifend verändern könnte.
Die Legalisierung durch die Regierung Sánchez und das Wahlrecht der Migranten
Die Äußerungen von Montero erfolgen in einem sehr spezifischen Kontext: Die Legalisierung, vor einigen Tagen von Ministerpräsident Sánchez angekündigt, betrifft rund 500.000 Migranten, die sich seit mindestens fünf Monaten vor dem 31. Dezember 2025 in Spanien aufhalten. Eine Legalisierung, deren Verdienst Podemos sich zueignete, obwohl die Partei nicht zu den Regierungsparteien gehört.
Bei einer Rede in Zaragoza sagte Generalsekretärin Ione Belarra, sie habe die ganze Woche damit verbracht, die Tränen von Faschisten und Rassisten zu sammeln. „Sie sind wütend“, fügte sie hinzu. „Sie wollten Migranten unter ihren Füßen, gezwungen, jede beschissene Arbeit anzunehmen“. Die Führung von Podemos rief die Migrantinnen und Migranten dazu auf, für „ein würdiges Land“ zu kämpfen und sich politisch zu engagieren, und kündigte an, dass der nächste Kampf der Partei das Wahlrecht sein werde, weil „wenn du hier lebst, musst du auch hier wählen dürfen“.
Irene Montero: „Die Herren wie Abascal wollen Sklaven haben“
Die EU-Abgeordnete Irene Montero war noch deutlicher. Rechts sei sie „wütend“, weil „die Herren wie Abascal (der Vox-Führer, Anm. d. Red.) weiterhin Sklaven und Sklavinnen haben wollten. Sklaverei für diejenigen, die Pflege leisten, Sklaverei für jene, die Erdbeeren pflücken, Sklaverei für jene, die unsere Häuser bauen“. „Sie reden viel von Beihilfen“ fügte sie hinzu. „Wussten Sie, dass die obersten 20 Prozent der spanischen Bevölkerung mehr als 30 Prozent der öffentlichen Hilfen erhalten, während die unteren 20 Prozent nur 12 Prozent erhalten?“
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„Das System ist so aufgebaut, dass die Menschen am unteren Rand den Reichtum schaffen – sagte Montero – und die, die ganz oben stehen, nehmen es sich ungestraft. Welche Beihilfen, Abascal? Wenn du derjenigen bist, der auf den Schultern anderer lebt, versklavst und die Versklavung von Menschen verteidigst, die hier sind, um ihr Bestes zu geben und ihre Familien aufzubauen“.
Natürlich will ich, dass es eine Ersetzung mit Faschisten und Rassisten gibt
Die EU-Abgeordnete definierte daraufhin die Legalisierung der Migranten als einen Sieg, der dazu dienen soll, „weiter voranzukommen“ bei den Rechten und zu sagen, „das ist erst der Anfang“. „Sie sprechen von Illegalität – fügte sie hinzu –, und dann müssen wir ihnen sagen, dass kein Mensch illegal ist“.
Den rechten Kritiken entgegen, die Montero daraus ableitete, sagte sie weiter: „Sie sagen, dass dies (die Legalisierung, Anm. d. Red.) gemacht wurde, um die Wahlergebnisse zu manipulieren. Ich bitte die migranten und rassifizierten Menschen, uns nicht mit so vielen Faschisten im Stich zu lassen. Natürlich wollen wir, dass sie wählen. Wir haben die Papiere, die Legalisierung sofort. Und jetzt richten wir uns auf die Staatsbürgerschaft oder eine Gesetzesänderung, damit sie wählen können“.
„Was die Ersetzungstheorie betrifft“, fasste die EU-Abgeordnete abschließend zusammen, „vielleicht könnten wir Faschisten und Rassisten aus diesem Land mit den migranten und arbeitenden Menschen vertreiben. Natürlich will ich, dass es eine Ersetzung gibt. Eine Ersetzung von Faschisten, von Rassisten, von Parasiten, gemacht mit den Menschen, die in diesem Land arbeiten, ganz egal, welche Hautfarbe sie haben: ob chinesisch, schwarz oder braun“.