Elisa wurde vom Pitbull des Partners zerfleischt: Mann vor Gericht wegen Mordes

3. März 2026

| Lukas Steinberger

Fahrlässige Tötung. Das ist die Anklage, der Christophe Ellul sich stellen muss, ein 52-jähriger Franzose, dessen Pitbull am 16. November 2019 seine Lebensgefährtin Elisa Pilarski, die im sechsten Monat schwanger war, angegriffen und getötet hat. Der Prozess gegen ihn hat heute Morgen, Dienstag, den 3. März, in Soissons begonnen, einer Stadt im Nordosten von Paris.

Der Prozess in Frankreich

Im Detail wird dem Mann vorgeworfen, es der Frau ermöglicht zu haben, das Tier, das Curtis heißt, allein im Wald spazieren zu führen, obwohl es für sie eine Gefahr darstellen dürfte. Im Verhandlungssaal erklärte der 52-Jährige, es gebe „viele Ungereimtheiten“ in den Ermittlungen, und er bestreite die Schuld: „Wenn Curtis schuldig wäre, müsste man ihn erledigen – oder ich würde es tun, aber legt die Beweise auf den Tisch. Ich habe meine Frau verloren, ich habe mein Kind verloren. Glaubt ihr wirklich, ich hätte Curtis eine Chance gegeben?“

Der verbotene Hund

Der vorsitzende Richter stellte fest, dass Pilarski Curtis nur selten getroffen hatte, da sie den Mann erst vor einigen Monaten über Facebook kennengelernt hatte. Zudem wird Ellul vorgeworfen, Curtis illegal aus den Niederlanden eingeführt zu haben und bezüglich seiner Rasse gelogen zu haben. Ellul hatte den Hund ursprünglich als „Whippet-Griffon“ vorgestellt; ein tierärztlicher Befund kam jedoch zu dem Schluss, dass es sich tatsächlich um einen American Pit Bull Terrier handelt, dessen Erwerb in Frankreich verboten ist.

Das Training

Nicht nur das. Ellul wird auch vorgeworfen, Curtis durch das Beißen trainiert zu haben – eine Praxis, die in Frankreich ebenfalls verboten ist; wie in den Verfahrensunterlagen festgehalten, führt eine schlechte Ausbildung dazu, dass das Tier seine Hemmungen verliert, wenn es erregt ist. Die Ermittlungen zeigten zudem die fehlende Vorsicht des 52-Jährigen: Am Tag der Tragödie war er arbeiten und hatte seine schwangere Lebensgefährtin nicht daran gehindert, Curtis allein zu managen. Eine zierliche Frau, 1,52 m groß und 56 kg schwer, stand einem Hund gegenüber, der über enorme Kraft verfügt.

Die DNA-Untersuchung

Der Mann, der zuerst am Tatort eintraf, hatte zunächst die Schuld einem Rudel Jagdhunde gegeben. Doch die anschließenden Analysen von DNA und Bissspuren am Körper, am Hals und am Kopf der Täterin haben alle Zweifel beseitigt: Getötet hat Elisa Curtis.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.