Ehemann unter schweren Vorwürfen: Verkauft Sex mit seiner Ehefrau an mehr als 120 Männer

27. Februar 2026

| Lukas Steinberger

Die Untersuchungen erschüttern Schweden. Ein Mann in den Sechzigern wird beschuldigt, seine Ehefrau ausgebeutet und sexuelle Dienstleistungen mit ihr an Hunderte von Männern verkauft zu haben. Nach Angaben der Staatsanwältinnen und Staatsanwälte soll der Ehemann Treffen mit der Frau organisiert und geleitet haben – für mindestens 120 Kundinnen und Kunden. Der Mann befindet sich seit Oktober in Untersuchungshaft, nachdem die Frau die Polizei informiert hatte, und die Ermittler prüfen weiter im Rahmen des Verdachts der schweren Ausbeutung der Prostitution. Der Mann bestreitet jegliche Vorwürfe.

Das schwedische Recht kriminalisiert sowohl den Erwerb sexueller Dienstleistungen als auch die Ausbeutung von Prostitution, während die Verkäuferinnen und Verkäufer selbst als Opfer der Ausbeutung gelten. Falls der Ehemann wegen schwerer Ausbeutung der Prostitution verurteilt würde, drohte eine Freiheitsstrafe von zwei bis zehn Jahren. Die Staatsanwaltschaft hat bereits zwei mutmaßliche Kundinnen und Kunden angeklagt, die bis zu einem Jahr Freiheitsstrafe riskieren; die Ermittlungen stehen jedoch noch am Anfang, und weitere Personen könnten bald identifiziert und angeklagt werden.

Aus systematischer Ausbeutung

Die Ermittlung wird von der Staatsanwältin Ida Annerstedt koordiniert, die erst vor Kurzem öffentlich zu dem Fall Stellung bezogen hat und erstmals die Gesamtzahl der beteiligten Männer genannt hat. Den bislang von den Ermittlern gesammelten Informationen zufolge ist unklar, ob die Ehefrau unter Drogeneinwirkung stand oder während der sexuellen Kontakte bewusstlos war. Die Staatsanwältin Ida Annerstedt ist jedoch der Auffassung, dass der Ehemann die Ehefrau skrupellos und in großem Ausmaß systematisch ausgenutzt hat.

In Schweden ist es auch strafbar, sexuelle Dienstleistungen ohne physischen Kontakt zu kaufen, etwa über das Internet. Die Anklage gegen den Ehemann soll am kommenden 13. März formell erhoben werden, und das Verfahren könnte kurz darauf beginnen.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.