Der Mann, der eine Mischung aus Fäkalien und Urin auf zufällig ausgewählte Mädchen wirft

6. März 2026

| Lukas Steinberger

In Österreich wurde ein 30-jähriger Mann zu drei Jahren Haft verurteilt, der beschuldigt wird, zwischen Frühling und Sommer 2025 14 Personen angegriffen zu haben, überwiegend Frauen, indem er ihnen eine ekelhafte Mischung aus Fäkalien, Urin und Sperma, die er in einem Becher gemischt hatte, entgegenwarf.

Die Angriffe und die Vorgehensweise

Der erste dokumentierte Vorfall ereignete sich am 29. April in der Wiener U-Bahn. Das Opfer meldete den unangenehmen Vorfall auf Instagram, und mit der Zeit häuften sich die Meldungen. Eine 21-jährige Frau berichtete, dass sie auf der Straße mit denselben Mitteln angegriffen worden war. Der Angreifer zielte aufs Gesicht und flüchtete danach. Die junge Frau wartete eine halbe Stunde, bevor sie Anzeige erstattete. „Ich habe diesen Geruch tagelang wahrgenommen“, so berichten österreichische Medien.

Im Sommer wurden die Vorfälle häufiger. Zwischen dem 15. und 28. Juni wurden vier Angriffe gemeldet. Am 2. Juli wurde eine 25-jährige Frau ins Gesicht getroffen. Die Übergriffe fanden alle in der Wiener U-Bahn oder in der Nähe der Stationen der Linie U6 statt. Die Vorgehensweise war stets dieselbe: Der Angreifer wählte seine Opfer willkürlich aus und hatte vor der Tat keinerlei Kontakt zu ihnen.

Die Ermittlungen, der Hilferuf und das Urteil

Die Polizei identifizierte ihn und setzte ihn unter Untersuchung: Es handelt sich um einen 30-jährigen Mann aus Rumänien, der angeblich unter einer schweren Persönlichkeitsstörung leidet, die nach Gutachten jedoch nicht seine Fähigkeit zur Einsicht und Willensbestimmung beeinträchtigt. Die Sicherheitskräfte vermuten, dass er in mindestens einem Fall die Fäkalien aus den Toiletten einer Baustelle in dem Gebiet gesammelt hat, in dem die Angriffe stattfanden.

Aus den Ermittlungen geht hervor, dass der Mann wenige Tage vor der Ausführung seines verrückten Plans Hilfe in einer psychiatrischen Klinik suchte: Er bat um Aufnahme, weil er suizidale Gedanken hatte und drohte, anderen Gewalt anzutun. Obwohl er sogar ein Messer hervorgesucht hatte, weil er unglücklich war, weil man ihm nicht geholfen hatte, sahen die Ärzte keine Grundlage für eine Zwangseinweisung. Heute Morgen wurde er verurteilt. Das Gericht entschied, dass neben der Haft auch eine obligatorische psychiatrische Behandlung in einer geschützten Einrichtung erfolgen muss.

Lukas Steinberger

Lukas Steinberger

Ich bin Lukas Steinberger, Redakteur bei AUSTRIA24 TV mit Fokus auf Politik und Gesellschaft. Nach meinem Journalismusstudium in Wien habe ich für verschiedene Medien gearbeitet und mich auf analytische Berichterstattung spezialisiert. Mein Ziel ist es, komplexe Themen verständlich zu machen und die Perspektiven der Menschen sichtbar zu machen.