Spannung auf dem Schwarzen Meer. Zwei Handelsschiffe wurden am Dienstagmorgen, dem 6. Oktober, von Drohnen in der ausschließlichen Wirtschaftszone Bulgariens getroffen. Die bulgarische Regierung meldete den Angriff und hat eine Notstandssitzung einberufen.
Die bulgarische Meldung
Nach Angaben von Roumen Nikolov, dem Leiter des Koordinationszentrums für maritime Rettungsoperationen in Varna, sei eines der Schiffe gesunken und die Besatzung vermisst. Die von Premierminister Rumen Radev als „inakzeptabel“ bezeichnete Aggression habe eine gravierende Verletzung des Völkerrechts und der maritimen Normen dargestellt, erklärte der bulgarische Regierungschef nach einem Treffen mit Ministern und den Verteidigungsbehörden Bulgariens vor den Journalisten: „Der Angriff erfolgte in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone. Eine gravierende Verletzung des Völkerrechts und der maritimen Normen.“
Nach dem Bericht bulgarischer Behörden ereignete sich in der vergangenen Nacht, rund 40 Seemeilen vor dem Kap Shabla im Norden Bulgariens, ein Angriff auf zwei Handelsschiffe durch See- und Luftdrohnen. Eines der Schiffe ging mit seiner Besatzung unter, während die Seeleute des anderen, eines Getreidefrachters mit palauischer Flagge, von der bulgarischen See- und Luftrettung gerettet wurden.
„Was hier geschieht, macht die Seefahrt im Schwarzen Meer extrem schwierig und treibt die VersicherungsKosten weiter in die Höhe“, ergänzte der bulgarische Premier. „Wenn dieser Krieg in der Ukraine nicht rechtzeitig beendet wird, wird er sich fortsetzen, das Risiko eines sogar globalen Konflikts erhöhen.“ Circa 380 Kilometer beträgt die territoriale Küstenlinie Bulgariens am Schwarzen Meer, die die östliche Flanke der NATO bildet.
Von der Leyen: „Besorgniserregende Lage“
Auch die Präsidentin der Europäischen Kommission Ursula von der Leyen hat sich zu dem Vorfall geäußert: „Die Lage im Schwarzen Meer ist zunehmend besorgniserregend – schrieb sie auf X. „Handelsschiffe und ihre unschuldigen Besatzungen werden ins Visier genommen, mit bereits auf See verlorenen Menschenleben. Heute wurden zwei Handelsschiffe in Bulgariens ausschließlicher Wirtschaftszone im Schwarzen Meer getroffen. Das geschieht nur einen Tag, nachdem ein türkisches Schiff, das ukrainisches Getreide transportierte, vor der rumänischen Küste getroffen und gesunken ist. Obwohl die genauen Umstände dieser Vorfälle noch geklärt werden, sind die Entwicklungen äußerst besorgniserregend. Angriffe auf zivilen Schiffsverkehr sind inakzeptabel. Wir drücken unseren Mitgliedstaaten an der Ostflanke unsere volle Solidarität aus.“