Auch wenn sie von Paaren für ihre Kinder gewählt werden, zeigen Namen mit deutlich fremdsprachigem Klang wie Kevin, Liam und Chanel eine zu geringe Zahl, um in der Liste der am häufigsten verwendeten Namen in Italien im Jahr 2025 aufzutauchen. Die Daten ergeben sich aus der Klassifikation der Istat aus dem Jahr 2025, die mit dem „Contanomi“ – dem Namenszähler pro Geburtsjahr – heute die Neigung erfasst, sich bei der Wahl eines neuen Namens von der Tradition und den familiären Wurzeln inspirieren zu lassen.
An der Spitze der männlichen Rangliste steht unangefochten Leonardo (fast 5.900 Neugeborene, 3,23% der männlichen Gesamtzahl), dicht gefolgt von Edoardo und Tommaso. Dann folgen in dieser Reihenfolge weitere Beliebtheiten: Alessandro, Francesco, Lorenzo, Mattia, Gabriele, Riccardo und Andrea auf dem zehnten Platz. Auf der weiblichen Seite ist Sofia die am häufigsten gewählte Namenswahl (über 4.300 Mädchen), gefolgt von Aurora und Ginevra. Danach folgen Vittoria, Beatrice, Giulia, Matilde, Ludovica, Alice und Camilla.
Was erzählen die meistgewählten Namen?
Wenn man die Rangliste in ihrer Gesamtheit betrachtet, fällt sofort die vollständige Abwesenheit von Namen mit ausländischer Herkunft oder Anspielungen aus dem Showgeschäft auf. Die Liste erzählt von Geschichte und Literatur, die Edoardo, Alessandro, Riccardo, Ludovica, Beatrice und Vittoria nahelegen; von großen Klassikern, die zu Francesco, Lorenzo, Giulia, Camilla und Andrea führen; von der biblischen Tradition – Tommaso, Gabriele, Mattia – und Sofia, letzterer eine Anspielung auf die griechische Sophia, die Weisheit. Namen, die Generationen überdauert haben und auch heute noch den reizvollen Zauber einer vergangenen Zeit evozieren, die sich der Gegenwart anzupassen vermag.
Der Trend, internationalen Trends oder Jet-Set-Stars zu folgen, scheint seine Strahlkraft fortlaufend eingebüßt zu haben. Angesichts einer zunehmend globalisierten Welt scheinen viele Eltern ihren Kindern italienisch verwurzelte Namen zu geben.
I nomi dei bisnonni
Eine auffällige Abweichung gegenüber früheren Zeiten ist jedoch zu beobachten: Wurde früher direkt der „Name des Großvaters“ gewählt, werden heute die Namen der Urgroßeltern wieder aufgegriffen, man greift noch weiter in die Seiten der Familientradition zurück.
Die Erkenntnis ergibt sich aus dem Fehlen von Namen wie Giuseppe, Antonio, Giovanni, Maria, die in den vorangegangenen Generationen verbreitet waren und heute eindeutig ungewöhnlich für Neugeborene sind. Es bevorzugt sich daher eine Art Generationssprung, bei dem die Namen der eigenen Eltern – die vielen Roberto, Stefano, Marco, Patrizia oder Silvia, geboren zwischen den 50er und 70er Jahren – durch diejenigen ihrer Väter und Mütter ersetzt werden, eine Generation überspringend und aus dem Archiv des frühen 20. Jahrhunderts oder aus klassischer Literatur schöpfend. So scheint der Triumph von Edoardo, Tommaso, Ginevra, Beatrice und Matilde zu zeigen, dass die Rückgewinnung der Tradition eher eine klare ästhetische Wahl ist als eine Art familiärer Pflicht, die einst als unverrückbar galt.