Wie und warum wird der Frauentag gefeiert?

Am 8. März wird weltweit der Frauentag, oder auch „Tag der Vereinten Nationen für die Rechte der Frau und den Weltfrieden“ begangen. Der Weltfrauentag 2016 steht unter dem Motto „Pledge For Parity“ (Zusicherung von Gleichheit).

 

Entstehung des Frauentages

Der Internationale Frauentag wurde auf Anregung der deutschen Sozialdemokratin Clara Zetkin erstmals am 19. März 1911 in Dänemark, Deutschland, Österreich, der Schweiz und den USA organisiert. Die Forderung ist das aktive und passive Wahlrecht für Frauen. Mehr als eine Million Frauen gehen auf die Straße, eine bis dahin beispiellose Massenbewegung. Seit 1921 wird der Weltfrauentag jährlich am 8. März gefeiert.

 

Bräuche am Frauentag

Bräuche wie sie von anderen Feiertagen bekannt sind, existieren am Frauentag eher nicht. Es geht an diesem Tag weniger darum, gute Laune zu verbreiten, sondern auf Missstände in der ganzen Welt aufmerksam zu machen, wie zum Beispiel Kinderheirat oder weibliche Genitalverstümmelung. In großen und kleinen Städten wird demonstriert und Gewerkschaften sowie autonome Frauengruppen halten Vorträge.

2003 initiierte beispielsweise die UNICEF zum Frauentag das Motto „Bessere Bildung für Mädchen“. Ein Jahr später thematisierte der Generalsekretär der Vereinten Nationen Kofi Annan die hohe Rate der weiblichen HIV-Infizierten in Afrika. Nichtsdestotrotz plädieren Frauenrechtlerinnen für die Abschaffung des Frauentags, mit der Begründung, solange die Gesellschaft diesen Tag braucht, gäbe es keine Gleichberechtigung.

 

Frauenpolitische Meilensteine in Österreich

1918: Einführung des Allgemeinen Frauenwahlrechts

1975: Familienrechtreform

1976: Scheidungsreform

1978: Straffreier Schwangerschaftsabbruch (§144)

1979: Gleichbehandlungsgesetz

1986: Grete Schurz wird in Graz 1. Frauenbeauftragte Österreichs

1989: Wegweiserecht

1990: Johanna Dohnal wird 1. Frauenministerin Österreichs

1982: Ratifizierung der UNO-Konvention zur Beseitigung jeder Form der Diskriminierung der Frau

1997: Gewaltschutzgesetz

1998: Gleichstellung der Geschlechter in der Verfassung

2004: Vergewaltigung in der Ehe oder Lebensgemeinschaft gelten uneingeschränkt als Offizialdelikt

2009: Bundesverfassungsgesetz verpflichtet Bund, Länder und Gemeinden zu Gender Budgeting

 

 

 

 

 

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